Ueber den Einfluss der Tonlebre auf Herbart’s Philosophie.
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Gebiete, in welches er sich mit seinen Lehren versetzt, nicht
eigentlich (aus cler Erfahrung-) zu lernen; sondern sie lehrt
in Folge der Principien, die sie schon (vor aller Erfahrung)
hat. Auch geht ihre Lehre ohne allen Vergleich weiter, als bloss
auf die Tonkunst, die vielmehr ein sehr untergeordnetes Glied
für die Lehre im Ganzen genommen ist. Vielmehr haben obige
Intervalle, wenn sie aus den psychologischen Principien gefunden
werden, als Bürgschaft für die Verlässlichkeit dieser
selbst zu dienen; etwa wie das Eintreffen der Himmelskörper
an ihren vorausberechneten Orten zur Bestätigung der ihrer
Berechnung zu Grunde gelegten Hypothese dient. Auf einem,
wenngleich untergeordneterem, Gebiet empirisch bewährt, werden
die psychologischen Grundformeln auch auf anderen wichtigeren
Gebieten des psychischen Lebens sich Zutrauen erwerben.
Welches die Gebiete seien, gegen welche das der Tonkunst
als untergeordnet erscheine, wird unverkennbar angedeutet.
In den Hauptpunkten §. 13 (III. 45) nennt er das
Geschmacks-Urtheil vielleicht die grösste aller psychologischen
Aufgaben'. Damit sie nicht ,unberührt' bleibt, setzt er das
,Folgende' hinzu. Dieses nun ist nichts anderes als eben die
Entwicklung jener psychologischen Grundformeln, deren ,Anwendung'
und Bestätigung die Tonlinie ausmacht. Hält man
damit zusammen, dass das ,Geschmacksurtheil' die Basis seiner
allgemeinen praktischen Philosophie bildet und letztere mit den
Hauptpunkten der Metaphysik in demselben Jahr (1808) erschien,
so springt der Zusammenhang der Tonlehre nicht nur mit
seiner Psychologie, sondern auch mit seiner Ethik in die
Augen. Es bedürfte nicht einmal der ausdrücklichen Versicherung
in den drei Jahre später geschriebenen psychologischen
Bemerkungen' zur Tonlehre (VII. 27), dass die vorstehenden
(die Tonlehre betreffenden) Untersuchungen uns tief
genug in unsere Seele blicken lassen, zwar keineswegs zu
einer erschöpfenden Kenntniss des vorgelegten (musikalisehen)
Gegenstandes, aber wohl dazu, um eine nützliche Vergleichung
mit den Grundlehren der praktischen Philosophie
darzubieten.
Um letztere also ist es ihm vornehmlich zu thun. Nur
insoweit die Grundlehren der Tonlehre nicht nur als ,fester
Punkt' in der Erfahrung ,eine Bestätigung' der a priori ge-