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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Ueber  den  Einfluss  der  Tonlehre  auf  Herbart's  Philosophie.

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lebens,  welche  mit  jener  der  Körperwelt  das  Gemeinsame  hat,
dass  mit  Berücksichtigung  gewisser  durch  die  Natur  der  Sache
gebotener  Abweichungen  die  allgemeinen  mathematisch  formulirten
  Naturgesetze  auf  dieselbe  Anwendung  finden.  Die  ersten
Anfänge  dieser  Theorie  fallen,  wie  man  aus  seinem  eigenen
Bekenntnisse  weiss,  in  eine  sehr  frühe  Zeit.  In  der  18.11  abgefassten ­
  Abhandlung:  Psychologische  Bemerkungen  zur  Tonlehre
(S.  W.  VII.  Band)  sagt  er  (S.  25),  dass  er  die  psychologischen
Grundformeln  vom  allgemeinsten  Gebrauch,  auf  welche  seine
ganze  Theorie  gebaut  sei,  schon  sechs  Jahre  früher  besessen
und  zu  mancherlei  Untersuchungen  angewendet  habe,  ehe
es  ihm  gelungen  sei,  von  ihrer  Anwendung  auf  Musik  die
ersten  Anfänge  zu  entdecken.  Da  er  in  den  um  1808  erschienenen ­
  ,Hauptpunkten*  der  Metaphysik  (S.  W.  III.  S.  46)
diese  Anwendung  bereits  vorzulegen  im  Stande  war,  so  muss
die  Entdeckung  obiger  Grundformeln  mindestens  in  das  Jahr
1800,  eher  noch  weiter  zurückgeschoben  werden,  zu  einem
Zeitpunkt,  wo  er  das  26.  Lebensjahr  noch  nicht  überschritten
hatte.  Steht  es  durch  obige  Erklärung  fest,  dass  er  nicht
durch  die  Tonlehre  auf  deren  Entdeckung  geführt  wurde,  so
lässt  die  Art,  wie  er  in  den  Hauptpunkten  und  noch  mehr  in
den  psychologischen  Bemerkungen  zur  Tonlehre  von  der
letzteren  spricht,  keinen  Zweifel  übrig,  dass  er  durch  dieselbe
im  Vertrauen  auf  die  Richtigkeit  obiger  Grundformeln  endgiltig
bestärkt  und  zu  dem  Entschlüsse  vermocht  wurde,  mit  denselben ­
  als  Basis  einer  neuen  und  besseren  Psychologie  als  die
seiner  Vorgänger  und  Zeitgenossen,  vor  das  Publicum  zu  treten.
Er  selbst  nennt  die  Tonlehre  die  empirische  Bestätigung
seiner  a  priori  construirten  psychologischen  Theorie.  Wenn  er
in  den  Hauptpunkten  der  Metaphysik,  nachdem  er  in  §.  13
die  ,Elemente  einer  berechtigten  Psychologie*  entwickelt  hat,
nach  ,Anwendungen*  fragt,  so  ,bietet  sich  die  Tonlinie  dar*
(III.  S.  46).  In  den  psychologischen  Bemerkungen  zur  Tonlelire
  bekennt  er  (VII.  S.  6),  dass  die  Tonlehre  ihm  interessanter
wurde,  als  er  seine  psychologischen  Bemerkungen  auf  sie  ausdehnen ­
  lernte  und  neue  Aufschlüsse  erhielt,  die,  wenn  er  nicht
irre,  dieser  selbst  die  erwünschteste  Bestätigung  gewährten.  Und
noch  nahe  dem  Schlüsse  seines  Lebens,  in  dem  nur  zwei  Jahre
vor  seinem  Tode  veröffentlichten  ersten  Hefte  seiner  psycho-3*

            
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