Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

368

Pfizmaier.

Drittes  Capitel.  Der  Wandel  der  vorzüglichen
Männer.
Der  wahre  Gebieter  sagt:  Ich  war  durch  siebenzehn  Geschlechtsalter ­
  ein  vorzüglicher  Mann  und  Grosser  des  Reiches.
Ich  habe  noch  niemals  bedrückt  das  Volk  als  quälender  Angestellter. ­
  Jetzt  sind  die  Kleider  und  die  Mützen  der  Menschen
prachtvoll.  Man  liest  täglich  die  Bücher,  verlässt  sich  auf  den
Glanz  ihres  Schriftschmuckes  und  handelt  nach  den  eigenen  Vorschriften. ­
  Auf  den  älternliebenden  Wandel,  die  verborgenen
Verdienste  richtet  man  nicht  im  Geringsten  die  Gedanken.
Bisweilen  leben  Brüder  in  Zwietracht  und  Streit.  Bisweilen
richten  Stammhaus  und  Seitengeschlechter  sich  gegenseitig  zu
Grunde.  Bisweilen  wenden  Mann  und  Gattin  die  Augen  ab.
Bisweilen  sind  Vater  und  Sohn  einander  gehässig.  Einige  verlassen ­
  sich  auf  die  Macht  des  Reichthums  und  betrügen  und
beschimpfen  das  kleine  Volk.  Einige  verlassen  sich  in  ihrem
Stolze  auf  Begabung  und  Fähigkeiten  und  betrügen  und  verachten ­
  die  früheren  Genossen.  Einige  sagen  täglich  her  Fo
sammt  I.ao  und  schätzen  gering  Vater  und  Mutter.  Einige
ehren  äusserlich  Himmel  und  Erde,  aber  im  Inneren  machen
sie  keimen  Betrug  und  Lüge.  Einige  lehren  den  Menschen
Streit  und  Hader  und  zerstören  dadurch  das  Haus  der  Menschen. ­
  Einige  haben  kunstreiche  Worte,  unbegründete  Reden
und  helfen  den  Menschen  Fehler  begehen.  Einige  zernichten
die  Heirathen  der  Menschen.  Einige  reden  übel  von  ihres
Gleichen.  Einige  verbreiten,  was  die  Menschen  recht  oder
unrecht  thun.  Einige  vergraben  verborgene  Gifte.  Solche
Sünden  und  Vergehen  können  schwer  gelöst  und  gesühnt
werden.  Wenn  man  sich  vielleicht  im  Herzen  bekehrt,  entkommt ­
  man  einigermassen  dem  Unheil.
Z  7C  Fan-yuen-tschi  aus  Khiii-tscheu  war  völlig
arm.  Er  badete  zur  Zeit  der  vollkommenen  Hitze  in  dem
Strome.  Er  fand  auf  der  Uferbank  einen  Sack  voll  Gold  und
Silber  und  las  ihn  auf.  Als  er  nach  Hause  kam,  sagte  er  zu
seinem  Sohne:  Die  Menschen  des  Zeitalters  halten  die  Güter
für  das  Lebensloos.  Höchst  wahrscheinlich  hat  ein  Mensch
dieses  verloren.  Er  erhängt  sich  in  einem,  Wassergraben  und
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.