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Werner.
übrigens der consequenten Festhaltüng seines intellectuellen
Sensismus eine gewisse Anerkennung nicht versagen. Die
ewige Seligkeit ist bedroht, meint Wilhelm, wenn die menschliche
Seele darauf angewiesen ist, dereinst im Anschauen allgemeiner
Gedanken ihre Befriedigung zu finden; als ob die
ewigen Ideen, in deren Anschauung die Seligen versenkt sind,
abstracte Schemen wären, an deren Betrachtung sich zu langweilen
den jenseitigen Seelen zugemuthet werde! Sinn und
Erfahrung, fährt er weiter, sind die Quellen der Ergötzung
und Erquickung; nun denn, es gibt auch einen geistigen Idealsinn,
und es gibt Freuden, die aus der inneren, durch grossartige
Anschauungen und ideelle Tiefblicke gewonnenen inneren
Erhebung geschöpft werden, die schon im zeitlichen Leben
als die begliickendsten aller Erfahrungen empfunden werden.
Stammt nicht alle Begeisterung aus Ideen? Und soll die ewige
Glückseligkeit nicht ihren unerschöpflichen Quell in jenen geistigen
Erhebungen haben, die den zur Anschauung Gottes Gelangten
in der unbegrenzten Reihe der in Gott als absoluter
Allheit sich erschliessenden Ideen als eine endlose Aufeinanderfolge
von Tagen lichtester, freudigster Erkenntniss aufgehen?
Ziehen wir die Schlusssumme aus unseren bisherigen Anführungen
und Auseinandersetzungen, so ergibt sich als unzweifelhaftes
Resultat für Wilhelms Zeitalter ein Zustand philosophischer
Bildung, der die nachfolgenden Bemühungen der
peripatetisch geschulten theologischen Summisten des 13. Jahrhunderts
als ein Bedürfniss für jene Zeit, und die Errungenschaften
jener Bemühungen als einen wirklichen geistigen Fortschritt
erkennen lässt. Mag man über die peripatetische Scholastik
des Mittelalters wie immer denken, Schule und Methode,
encyclopädische Ueberschau und systematische Zusammenfassung
des in irgend einem Zeitalter Gedachten und Gewussten
bleiben immer die ersten und fundamentalsten Bedingungen
eines geordneten und geregelten Erkenntnissstrebens und Wis
senschaftsbetriebes; unser Tractat de anima aber, der am Eingänge
des 13. Jahrhunderts steht, ist durch sich selber ein
lebendiges Zeugniss dessen, dass es dazumal an dem Genannten
noch merklich fehlte, und ein durchgreifendes Medium
und Vehikel tüchtiger Denkschulung noch nicht aufgebracht
war. Die Psychologie im Besonderen anbelangend, lässt sich