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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Werner.

scholastischen  Speculation,  welcher  in  ihrer  abstract  formalisirenden
  Tendenz  die  Persönlichkeitsidee  überhaupt  etwas  völlig
Fremdes  war.  Daher  konnte  auch  dasjenige,  was  im  concreten
Bilden  der  Natur  sich  zum  Ausdrucke  bringt,  nämlich  das  in
den  aufwärts  steigenden  Bildungsreihen  der  epitellurischen
Wirklichkeit  ausgesprochene  Streben  einer  stets  durchgebildeteren ­
  Individualisirung  als  Hindeutung  und  Annäherung  an  die
Individuität  des  persönlichen  Menschenwesens  nicht  verstanden
wei’den.  Das  Menschenwesen  hat  das  Princip  seiner  persönlichen ­
  Selbstigkeit  in  seinem  persönlichen  Fonnprincipe;  demzufolge ­
  sind  noch  Wesen  höherer  Art  denkbar,  welche  die
absolute  persönliche  Selbstigkeit  der  göttlichen  Wesenheit  unmittelbar ­
  durch  sich  selber,  und  nicht  bloss,  wie  der  Mensch,
zufolge  eines  ihm  einwohnenden  persönlichen  Formprincipes
seiner  sinnlichen  Leiblichkeit  nachbildcn.  Die  Engelwesen
stellen  demzufolge  auch  einen  höher  durchgebildeten  Grad  von
Individuität  und  Concretheit  dar,  als  der  in  der  Ineinsbildung ­
  von  Geistigem  und  Sinnlichem  subsistirende  Mensch.  Die
absolute  Individuität  und  Concretheit  wird  aber  jene  der  göttlichen ­
  Wesenheit  sein,  deren  absolutes  Sein  jede  Art  von  Gctheiltheit
  und  Zusammengesetztheit  selbst  schon  für  das  blosse
Denken  ausschliesst,  indem  in  ihr  die  absolute  Allheit  mit  der
absoluten  Einheit  zusammenfällt.
Diese  absolute  Coincidenz  der  absoluten  Allheit  mit  der
absoluten  Einheit  wird  es  denn  auch  sein,  welche  dem  nach
Thomas  und  den  sonstigen  scholastischen  Peripatetikern  auf
das  Allgemeine  gerichteten  menschlichen  Intelleete  das  göttliche ­
  Wesen  erfassbar  und  erkennbar  macht.  Der  Gedanke
dieser  Coincidenz  wird  aber  von  Wilhelm  so  wenig  erfasst,
dass  er  vielmehr  Gott  an  der  vorerwähnten  Stelle  geradezu
als  Einzelwesen  fasst  1  und  daraus,  dass  die  intellective  Seele
1  Verissime  enim  est,  virtutem  intellectivam  puram  atque  liberam  non
ignorare  particularia,  si  in  ea  eognoscenda  intenderit.  Alioquin,  cum
Creator  benedictus  singularis  et  individuus  sit  in  ultimitate  singularitatis
et  individual  itatis,  prohibita  esset  virtus  intellectiva  humana  impossibilitate
naturali  ab  intellectu  ipsius  et  cognitione  intellectuali.  Quapropter  prolubitse
  essent  similiter  omnes  substantise  nobiles  abstracto:  a  cognitione
singulari  creatoris;  similiter  et  animee  coelorum  non  intelligerent  intelligentias
  separatas  nisi  intellectione  communi.  De  an.  V,  17.
            
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