Die Psychologie des Wilhelm von Auvergne.
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das universelle Wesen der göttlichen Essenz sowohl als auch
der gottobcnbildlichen Menschenseele, und den darin begründeten
Unterschied und Gegensatz der geistigen Wesenheiten
zur Partieularität der Sinnendinge zum entschiedenen Bewusstsein
zu bringen. Uebrigens sprach sich in dem Widerstreben
Wilhelms gegen die Beschränkung des intellectiven Erkennens
auf das Allgemeine immerhin das Gefühl eines Mangels in der
aristotelischen Anschauung aus, die trotz ihrer entschiedenen
Hinwendung auf das erfahrungsmässig Gegebene den Gedanken
der concreten Wirklichkeit nicht wahrhaft zu erfassen vermochte,
und zwar desshalb nicht, weil sie Dasein und Erscheinung
des Concreten nur in der sinnlichen Wirklichkeit
suchte, und demzufolge den Begriff des Concreten mit jenem
der individuellen, sinnefälligen Körperlichkeit in Eins zusammenwarf.
Das Gefühl dieses Mangels war es, welches Duns
Scotus antrieb, sich gegen die auf peripatetische Grundlage
gestützten erkenntnisstheoretischen Sätze des Thomas Aquinas
kritisch-polemisch zu verhalten, und den Erweis zu liefern,
dass der Intellect das Singuläre direct ergreife, und der Grund
der Individuation der Sinnendinge nicht, wie Thomas annehme,
in der Materie, sondern in der Häcceität oder im xöoe xt sivai
dos Dinges zu suchen sei. Damit war nun allerdings die Möglichkeit
gewonnen, sich auch loiblose Engelwesen als concrete
Existenzen zu denken; Duns Scotus konnte überdiess zufolge
seiner Annahme, dass alles Creatürliche aus Materie und Form
zusammengesetzt sei, den Begriff der Concretion im strengsten
Sinne beim Engelwesen als einer Coalescenz aus Materie und
Form zur Geltung bringen. Es liegt aber auf der Hand, dass
unter Voraussetzung eines solchen Begriffes vom Concreten
der Begriff einer concreten Existenz und Wesenheit auf Gott
nicht anwendbar sei, da der Begriff Gottes als das ens universalissemum
jede beschränkende Determination ausschliesst. Nun
ist jedoch in der nachscholastischen Spekulation gerade der
Begriff der göttlichen Wesenheit als der absoluten Concretheit
für das christlich-philosophische Interesse massgebend in den
Vordergrund getreten; die absolute Concretheit fällt da mit
der absoluten Persönlichkeit des überweltlichen Gottes zusammen.
Dieser innere Zusammenhang der Idee des Concreten
mit der Persönlichkeitsidee lag ausserhalb des Bereiches der