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W e r n e r.
verträgt, dass sie je an ein zeitliches Ende ihrer Dauer gelangte.
Wenn nun dennoch eine continuirliche Action Gottes
als absolute Bedingung ihrer Dauer p'ostulirt wird, so kann
diese continuirliche Action nur den Einen Act des Schaffens
bedeuten, der als absoluter göttlicher Act ein unvergänglicher
Act ist und als solcher niemals der Vergangenheit anheimfällt,
und daher auch durch keinen entgegengesetzten göttlichen Act
aufgehoben werden kann. Etwas anderes ist es um die ewige
Beglückung der Seele in Gott; diese ist dem Begriffe und der
Sache nach von der ewigen Dauer der selbstigen Seele verschieden,
und irivolvirt eine durch die vollkommene Vereinigung
der Seele mit Gott bedingte continuirliche Einströmung aus
Gott als absoluter Quelle des seligen Lebens. Was der Christ
das ewige Leben nennt, bezieht sich auf eine bestimmte Zuständlichkeit
der ewigen Seelendaüer, und bezeichnet die absolute
Vollendung der Seele in Gott.
Das vorerwähnte Argument Wilhelms erhärtet eigentlich
nur die Möglichkeit einer ewigen Seelendauer; die Denknothwendigkeit
einer solchen Dauer vergewissert sich ihm aus der
Befähigung der Seele zu einem unbegrenzten Fortschreiten in
der Erkenntniss und in der Tugend. Freilich begründet auch
diese Befähigung, wie Wilhelm selber fühlt, zunächst abermals
nur die Fähigkeit einer ewigen Dauer, nicht diese sempiterne
Dauer selber, es ist ihm jedoch undenkbar, dass jener Befähigung
zu einem unbegrenzten Fortschreiten nicht auch ein
wirkliches derartiges Fortschreiten entsprechen sollte, daher
dann auch an der Wirklichkeit der Seelenunsterblichkeit nicht
zu zweifeln sei. Wir müssen die philosophische Giltigkeit
dieser Art von Beweisführung entschiedenst in Abrede stellen.
Angenommen, Wilhelms Schlussfolgerung wäre vollkommen
zwingend, so würde sie nur eine perpetuirliche Annäherung
der Seele an ihr Ziel ohne Erreichung desselben beweisen —
ein Sein in unendlicher Zeit, aber nicht ein über die Zeit
erhabenes Sein in ewiger Gegenwart. Die wirkliche Erreichung
des absoluten Zieles ist, wie Wilhelm doch gewiss bestimmt
überzeugt ist, die vollkommene Vereinigung der Seele mit Gott,
wodurch die Seele über die Zeit emporgehoben wird. Diese
Emporhebung der Seele aber über sich selbst und ihr natürliches
Sein ist, wie Wilhelm abermals überzeugt ist, ein Werk