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Werner.
activen Continirens und Durchdringens des Leibesgebildes bemerkt
hatte. Der Grund der Identification beider Arten von
Präsenz liegt darin, dass er das Empfinden d. h. das Innewerden
sinnlicher Eindrücke für eine operatio, also für eine
active Bethätigung der Seele im Leibe, und somit für eine
Bekundung ihrer activen Präsenz im Leibe nimmt. Da er die
analogische Beschaffenheit des Verhältnisses Gottes zum Universum
als Vorbildung des Verhältnisses der menschlichen Seele
zu dem ihr eignenden Leibe anerkennt, so muss man wohl
sich billig wundern, dass sich keiner seiner Gedanken auf die
Impassibilität Gottes lenkte, der, wie Wilhelm als Theolog
wissen musste, erst zufolge seiner Incarnation passibel d. h.
ein mit den sterblichen Menschen Mitfühlender und Mitleidender
geworden ist. Der Unterschied zwischen Gott und der
menschlichen Seele ist eben dieser, dass Gott die Welt umfasst
und durchdringt ohne in ihr enthalten zu sein, während
die Seele den Leib nicht bloss umfasst, sondern auch in ihm
enthalten ist, so dass das Umfassen ein wechselseitiges ist, mit
dem Unterschiede jedoch, dass primär der Leib in der Seele,
und erst secundär auch die Seele im Leibe enthalten ist (anima
corpus continet et in corpore continetur). In Folge dieses
passiven Enthaltenseins im Leibe ist die Seele empfindungsfähig;
sie vermag ihn nämlich nicht so ausser sich und unter
sich zu halten, wie Gott die Welt ausser sich und unter sich
hält, sie ist mit ihm zu Einem Wesen in einsgebildet, und
ihre selbsteigene geistig-sittliche Entwickelung und Ausgestaltung
von dieser Ineinsbildung abhängig gemacht.
Indem die Seele ihren Leib sich anbildet, nimmt sie den
Stoff desselben in sich hinein, um ihn als gestalteten wieder
aus sich hervorzustellen; dieses Insichhineinnehmen und Wiederaussiehhervorstellen
ist ein continuirlicher Act der Seele
während der ganzen Zeitdauer ihrer Verbindung mit dem
Leibe. Indem sie ihn continuirlich aus sich herausstellt, schafft
sie ihm continuirlich seinen locus proprius, innerhalb dessen
auch sie selber in so weit stellt, als sie in ihren Verrichtungen
von dem ihr angebildeten Leibe als Organ ihrer Thätigkeiten
und Wirksamkeiten abhängig ist. Es ist demzufolge unrichtig,
wenn Albertus Magnus ein solches Enthaltensein der Seele im