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Werner.
seine Einfacheit nicht jener des göttlichen Wesens gleichzusetzen,
sondern nur relativ zu verstehen sei, sofern durch sie
eben nur die Ausgedehntheit und Theilbarkeit des Körperlichen
ausgeschlossen sein soll. Dieser Gedanke mochte ausreichen,
die Vermögensvielheit der menschlichen Seele als möglich erscheinen
zu lassen, wurde aber nicht für eine wirkliche Erklärung
dieser Vermögensvielheit verwerthet; Augustinus deducirte
aus ihr nur so viel, dass die menschliche Seele eine
mittlere Stelle einnehme zwischen der göttlichen Essenz, die
zufolge ihrer absoluten Einfachheit schlechthin unveränderlich
sei, und zwischen den theilbaren Körpern, die zufolge ihrer
Zusammengesetztheit und Theilbarkeit nicht bloss mutabel,
sondern auch alterabel seien, während die menschliche Seele
den Körpern gegenüber mit Gott die Inalterabilität, im Gegensatz
zu Gott aber mit den Körpern die Mutabilität gemein
habe. Ueber diese abstract metaphysischen Bestimmungen des
menschlichen Seelenwesens kann die augustinische Psychologie
nicht hinaus, eben so wenig aber auch die auf sie folgende
scholastiscli-peripatetische; dass die Inalterabilität der menschlichen
Seele im Personscharakter derselben begründet sei, wurde
weder von den mittelalterlichen Augustinern, noch von den
mittelalterlichen Aristotelikern erkannt, und desshalb kann der
von den Letzteren erzielte Fortschritt auf dem Gebiete der
philosophischen Psychologie nur als ein sehr relativer bezeichnet
werden. Indess bleibt ihnen jedenfalls das Verdienst, wirklich
an die Erklärung jener mira divisio animse indivisibilis gegangen
zu sein, von welcher wir den mehrerwähnten mittelalterlichen
Augustiner oben reden hörten, ohne dass er auch nur
die leiseste Nöthigung zu einer rationalen Authellung der Denkbarkeit
der Vielheit in dem untheilbar Einen empfunden hätte.
multiplex est etiam ipsa, non simplex. Nam ideo simplicior est corpore
quia non mole diffunditur per spatium loci, sed in unoquoque corpore et
in toto tota est, et in qualibet ejus parte tota est. Sed tarnen etiam in
anima, cum aliud sit artificiosum esse, aliud inertem, aliud acutum, aliud
memorem, aliud cupiditas, aliud timor etc., possintque et alia sine aliis et
alia magis et alia minus innumerabilia et innumerabiliter in animse natura
inveniri, manifestum est, non simplicem, sed multiplicem esse naturam.
Nihil enim simplex mutabile est, omnis autem creatura mutabilis.