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Werner.
die Existenz und Wesenhaftigkeit der im Menschen denkenden
Seele aufgewiesen zu haben; die Rücksicht auf die Lehren
der arabischen Aristoteliker legte ihnen die Nöthigung auf,
umständlich und ausführlich zu erweisen, dass diejenigen Begabungen,
welche den Unterschied des Menschen von den blossen
Sinnenwesen begründen, dem Menschenwesen als solchem eigen
seien und zur Natur desselben gehören, dass also die menschliche
Seele neben der Fähigkeit des sinnlichen Vorstellens auch
jene des Denkens und Verstehens wesentlich zu eigen habe.
Wenn Averroes (Ibn Roschd) von einem Gesammtverstand der
Menschheit sprach, der in allen Einzelnen denke, so hatten ihm
gegenüber die christlichen Aristoteliker den Intellect als ein
allen Einzelnen wesenhaft eignendes Vermögen zu erweisen;
behauptete Avicenna (Ibn Sina), dass der Intellect den Einzelseelen
zwar der Möglichkeit nach eigne, diese Möglichkeit aber
durch die aus dem höchsten Urwesen ausgeflossene Intelligentia
prima actuirt werden müsse, so hatten dem gegenüber die
christlichen Aristoteliker zu erweisen, dass der der menschlichen
Seele eignende Intellect aus selbsteigener Kraft sich
actuire, und den in den recipirten Vorstellungen latirenden
Geistgehalt aus denselben hervorziehe. Hiebei kam aber den
peripatetischen Scholastikern, zufolge der sich ihnen aufdringenden
NothWendigkeit, das selbstthätige Erkenntnissieben der
Menschenseele auf Grund ihres sinnlichen Vorstellungslebens
sich actuiren zu lassen, die Angewiesenheit der intellectiven
Menschenseele an ihre Verbindung mit dem ihr eignenden
Leibe, und der darin begründete Stufenunterschied der Menschenseele
von den leibloseu oder reinen Intelligenzen sehr lebhaft
und eindringlich zum Bewusstsein, obwohl sie, einem vollkommen
selbstständigen speculativen Verfahren abhold, nicht
bis dahin vordrangen, die Menschenseele für etwas von den
sinnlich erkennenden Naturwesen und den leiblosen Intelligenzen
specifiseh verschiedenes Drittes zu fassen — ein Schritt, von
welchem sie schon ihr Festhalten an der auf aristotelischer
Grundlage angenommenen Vorstellung einer gradlinig aufsteigenden
Stufenleiter vom Niedersten bis zum Höchsten, von
der irdischen Materie bis zu Gott hinan abhielt. Jedenfalls
aber war durch die graduelle Location der Menschenseelen
unter die Engel der von Augustinus ausgesprochene Gedanke