Werner. Die Psychologie des Wilhelm von Auvergne.
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Die Psychologie des Wilhelm von Auvergne.
Yon
Prof. Dr. K. Werner,
correspondirendem Mitgliede der k. Akademie der Wissenschaften.
Wilhelm von Auvergne, ein berühmter Lehrer der Pariser
Hochschule und nachmaliger Bischof von Paris (anno 1228 bis
1248), daher er auch unter der Benennung Wilhelm von Paris
erscheint, gehört nach seiner geschichtlichen Stellung in der
Entwickelung der mittelalterlichen Scholastik jener Epoche an,
welche dem Auftreten Albert’s des Grossen und der theologischen
Summisten des 13. Jahrhunderts unmittelbar vorhergeht.
Wenn in den Summisten oder-theologichen Systematikern dieses
Jahrhunderts Aristoteles zur vollkommenen Herrschaft in der
Schule gelangte, so zeigt sich bereits Wilhelm so weit vom
Einflüsse desselben beherrscht, dass er, obschon keineswegs
selber schon Aristoteliker, doch vielfach bereits peripatetische
Sprechweise annimmt, und mit den Aristotelikern seines Zeitalters
sich umständlich auseinanderzusetzen veranlasst sieht.
Ueber den Grad und Umfang seiner Bekanntschaft mit Aristoteles
und den arabischen Aristotelikern finden sich die urkundlichen
Nachweisungen in der von A. Stalir übersetzten Schrift
Jourdain’s über die mittelalterlichen lateinischen Uebersetzungen
des Aristoteles; 1 über seine Universalienlehre hat am ausführlichsten
Haureau 2 berichtet. Für das bedeutendere seiner
1 Geschichte der aristotelischen Schriften im Mittelalter. Halle 1831
S. 271—280.
2 De la philosophie scolastique. Paris 1850. Tom. I, pag. 444—455.