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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Werner.  Die  Psychologie  des  Wilhelm  von  Auvergne.

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Die  Psychologie  des  Wilhelm  von  Auvergne.
Yon
Prof.  Dr.  K.  Werner,
correspondirendem  Mitgliede  der  k.  Akademie  der  Wissenschaften.

Wilhelm  von  Auvergne,  ein  berühmter  Lehrer  der  Pariser
Hochschule  und  nachmaliger  Bischof  von  Paris  (anno  1228  bis
1248),  daher  er  auch  unter  der  Benennung  Wilhelm  von  Paris
erscheint,  gehört  nach  seiner  geschichtlichen  Stellung  in  der
Entwickelung  der  mittelalterlichen  Scholastik  jener  Epoche  an,
welche  dem  Auftreten  Albert’s  des  Grossen  und  der  theologischen ­
  Summisten  des  13.  Jahrhunderts  unmittelbar  vorhergeht.
Wenn  in  den  Summisten  oder-theologichen  Systematikern  dieses
Jahrhunderts  Aristoteles  zur  vollkommenen  Herrschaft  in  der
Schule  gelangte,  so  zeigt  sich  bereits  Wilhelm  so  weit  vom
Einflüsse  desselben  beherrscht,  dass  er,  obschon  keineswegs
selber  schon  Aristoteliker,  doch  vielfach  bereits  peripatetische
Sprechweise  annimmt,  und  mit  den  Aristotelikern  seines  Zeitalters ­
  sich  umständlich  auseinanderzusetzen  veranlasst  sieht.
Ueber  den  Grad  und  Umfang  seiner  Bekanntschaft  mit  Aristoteles ­
  und  den  arabischen  Aristotelikern  finden  sich  die  urkundlichen ­
  Nachweisungen  in  der  von  A.  Stalir  übersetzten  Schrift
Jourdain’s  über  die  mittelalterlichen  lateinischen  Uebersetzungen
  des  Aristoteles;  1  über  seine  Universalienlehre  hat  am  ausführlichsten ­
  Haureau  2  berichtet.  Für  das  bedeutendere  seiner
1  Geschichte  der  aristotelischen  Schriften  im  Mittelalter.  Halle  1831
S.  271—280.
2  De  la  philosophie  scolastique.  Paris  1850.  Tom.  I,  pag.  444—455.
            
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