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C o n z e
Funde von Palästrina lagen also die Producte der zwei der
Zeit nacli aufeinander folgenden und also auch eine Zeit lang
nebeneinander fortgeübten Stilweisen zusammen.
Wenn, wie ich annehme, die ältere dieser Stilweisen die
von Nordeuropa her über Altitalien verbreitete war, und nur
allmälig der über das Mittelmeer herandringenden anderen
Stilweise wich, so stimmt hiermit das sehr gehäufte Vorkommen
der ersteren bei den Funden gerade im Norden Italiens und in
den Alpenländern gut überein. Einige Prachtexemplare enthält,
aus Funden der Umgegend her rührend, das Museo civico in
Trient. Es sind Bronzeschmuckgegenstände, deren Linearornament
aus lauter in Reihen gestellten getriebenen Pünktchen
und grösseren runden Buckeln besteht, an denen dreieckige
ebenso verzierte Bronzeblechstücke und eine ganze Anzahl von
grösseren und kleineren bullae aufgehängt sind. 1 Die bei den
Römern zuletzt in Gebrauch bleibende bulla ist kaum anders
als ein letzter Rest eines hier in primitivem Uebermaasse verwandten
Zierrathes anzusehen. An einem dieser Trientiner
Schmuckstücke erscheint zwischen denselben Ornamenten und
den bekannten concentrischen Kreisen auch ein rohes menschliches
Gesicht und zwei Pferdeköpfe, also immer die dem fraglichen
Stile eigenthiimliehen Formelemente. Einige einfachere
Exemplare von Bronzeplättchen mit derselben Ornamentik bewahrt
auch das Museo civico zu Roveredo. Es ist überall derselbe
Charakter, nach welchem einheimische Antiquare dieser
Gegenden derartige Alterthümer als keltische zu bezeichnen
pflegen; wir haben schon betont, wie weit mit Recht.
Zu diesen keltischen Alterthümern der Alpenländer gehören
auch höchst rohe, aber, wenn man sie in grösserer Anzahl
sieht, doch unverkennbar einen bestimmten Stil, nicht
eine beliebige Unbeholfenheit, wie sie jederzeit Vorkommen kann,
verrathende Menschenfigürchen von Bronze. Sie sind nackt
und zeigen immer den Geschlechtstheil besonders markirt; ich
bemerkte mir ein Exemplar im Museum zu Cividale, eines im
Museo civico zu Roveredo, eines in der Sammlung des Gym-1
Vergl. z. ß. die Fibula mit Anhängseln rheinischen Fundorts Mon. Ann.
e bull, deir inst, di corr. arch. 1855, tav. 33, 8. Ferner vergl. Sacken,
das Grabfeld von Hallstadt S. 64, Anm. 3.