Zur Geschichte der Anfänge griechischer (Taust.
245
deren Ornamentik die besprochene liochalterthiimliche ist, 1
herauszugeben.
Der Grabfund von Corneto, auf den Hirschfeld und ich
als ebenfalls hierher gehörig bereits aufmerksam machten, ist
noch immer nicht publicirt; hoffentlich erhalten wir ihn in
einem der nächsten Jahrgänge der Schriften des Instituts für
archäologische Correspondenz. Weitere einzelne Beispiele zu
den schon von Hirschfeld angeführten Funden von Sesto-Calende,
von Villanova bei Bologna mit Streben nach Vollständigkeit in
Aufzählung hinzuzufügen, ist nun für dieses Mal nicht meine
Absicht.
In der That ist der besprochene alterthümliche Stil auf
italischem und ganz besonders etruskischem Boden so zahlreich
vertreten, gerade in der etruskischen Kunst mit einer solchen
Menge von Mischungen und Uebergangsformen zu bemerken,
dass sich das Einzelne der Aufzählung fast entzieht. Höchst
lehrreich ist beispielsweise ein angeblich aus Corneto herrührender
Goldschmuck, abgebildet in den Mon. ann. e bull, del!
inst, di corr. arch. 1854, tav. 33, 1. 2. Ein Jeder sieht sofort,
wie auch E. Braun im Texte es ausspricht, dass die beiden
Seiten des Schmucks in zwei ganz verschiedenen Stilen decorirt
sind; das ist hier so klar, als wenn man eine Malerei mit
schwarzen und eine mit rothen Figuren auf demselben griechischen
Thongefässe sieht. Ja es sind genau dieselben beiden
Stile, welche in zwei Fundstücken von Hallstadt einander
gogeniiberstehen, deren grossen Abstand von einander dort
Sacken 2 betont. Jedem, der unsern Unterscheidungen gefolgt
ist, und der einige Uebung in solchen formgeschichtlichen Beobachtungen
:i hat, wird es, glaube ich, sofort einleuchtend sein,
dass es einerseits (tav. 33, 2) rein orientalisirender Stil ist,
andrerseits (tav. 33, 1), bis auf die zwei auch orientalisireuden
Thierfiguren gegen die Enden hin, der ältereinheimisclie Stil.
Dessen Formen kann man nicht schlechthin als ein für alle
1 Die Abbildung des einen Exemplars liegt mir durch Conestabile’s Güte vor.
2 Das Grabfeld von Hallstadt S. 97 zu Taf. XXI, 1 u. 2.
3 Die Renaissancezeit in Deutschland bietet analoge Erscheinungen besonders
unverkennbarer Art. Sehr lehrreich sind auch die von Waagen und
von Unger (a. a. O.) behandelten Mischungen der irischen mit der romanischen
Ornamentik in Miniaturen,