Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  der  Anfänge  griechischer  (Taust.

245

deren  Ornamentik  die  besprochene  liochalterthiimliche  ist,  1
herauszugeben.
Der  Grabfund  von  Corneto,  auf  den  Hirschfeld  und  ich
als  ebenfalls  hierher  gehörig  bereits  aufmerksam  machten,  ist
noch  immer  nicht  publicirt;  hoffentlich  erhalten  wir  ihn  in
einem  der  nächsten  Jahrgänge  der  Schriften  des  Instituts  für
archäologische  Correspondenz.  Weitere  einzelne  Beispiele  zu
den  schon  von  Hirschfeld  angeführten  Funden  von  Sesto-Calende,
von  Villanova  bei  Bologna  mit  Streben  nach  Vollständigkeit  in
Aufzählung  hinzuzufügen,  ist  nun  für  dieses  Mal  nicht  meine
Absicht.
In  der  That  ist  der  besprochene  alterthümliche  Stil  auf
italischem  und  ganz  besonders  etruskischem  Boden  so  zahlreich
vertreten,  gerade  in  der  etruskischen  Kunst  mit  einer  solchen
Menge  von  Mischungen  und  Uebergangsformen  zu  bemerken,
dass  sich  das  Einzelne  der  Aufzählung  fast  entzieht.  Höchst
lehrreich  ist  beispielsweise  ein  angeblich  aus  Corneto  herrührender ­
  Goldschmuck,  abgebildet  in  den  Mon.  ann.  e  bull,  del!
inst,  di  corr.  arch.  1854,  tav.  33,  1.  2.  Ein  Jeder  sieht  sofort, ­
  wie  auch  E.  Braun  im  Texte  es  ausspricht,  dass  die  beiden
Seiten  des  Schmucks  in  zwei  ganz  verschiedenen  Stilen  decorirt
  sind;  das  ist  hier  so  klar,  als  wenn  man  eine  Malerei  mit
schwarzen  und  eine  mit  rothen  Figuren  auf  demselben  griechischen ­
  Thongefässe  sieht.  Ja  es  sind  genau  dieselben  beiden
Stile,  welche  in  zwei  Fundstücken  von  Hallstadt  einander
gogeniiberstehen,  deren  grossen  Abstand  von  einander  dort
Sacken 2  betont.  Jedem,  der  unsern  Unterscheidungen  gefolgt
ist,  und  der  einige  Uebung  in  solchen  formgeschichtlichen  Beobachtungen ­
  :i  hat,  wird  es,  glaube  ich,  sofort  einleuchtend  sein,
dass  es  einerseits  (tav.  33,  2)  rein  orientalisirender  Stil  ist,
andrerseits  (tav.  33,  1),  bis  auf  die  zwei  auch  orientalisireuden
Thierfiguren  gegen  die  Enden  hin,  der  ältereinheimisclie  Stil.
Dessen  Formen  kann  man  nicht  schlechthin  als  ein  für  alle

1  Die  Abbildung  des  einen  Exemplars  liegt  mir  durch  Conestabile’s  Güte  vor.
2  Das  Grabfeld  von  Hallstadt  S.  97  zu  Taf.  XXI,  1  u.  2.
3  Die  Renaissancezeit  in  Deutschland  bietet  analoge  Erscheinungen  besonders ­
  unverkennbarer  Art.  Sehr  lehrreich  sind  auch  die  von  Waagen  und
von  Unger  (a.  a.  O.)  behandelten  Mischungen  der  irischen  mit  der  romanischen ­
  Ornamentik  in  Miniaturen,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.