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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  der  Anfänge  griechischer  Kunst

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kommt.  1  Die  Darstellung  von  Schiffen  endlich  ist  auf  den
Kunstarbeiten  der  nordischen  Küstenländer  etwas  sehr  Häufiges. ­
  2
Zu  dem  Vergleiche  der  ältestgriechischen  Ornamentik  und
Bildnerei  mit  der  entsprechenden  nordischen  Kunstweise  trage
ich  auch  noch  eine  Einzelheit  nach,  die  schwerlich  auf  einem
zufälligen  Zusammentreffen  beruht.  Ich  habe  früher  hervorgehoben ­
  und  die  Ilirschfeldschen  Vasen  bestätigen  es  durchaus, ­
  dass  unter  den  Thierfiguren  des  ältestgriechischen  Stils
anstatt  der  später  von  Vorderasien  aus  als  Lieblingsgestalten
eingeführten  Löwen  und  Tiger  vielmehr  Pferde  und  gänseähnliche ­
  Vögel  die  erste  Rolle  spielen.  Dass  diese  Erscheinung
der  Bedeutung  gerade  des  Pferdes  in  den  Phantasievorstellungen
und  Gebräuchen  der  arischen  Völker  besonders  entspricht,  hat
man  sich  gewiss  leicht  gesagt.  Der  Nachweis  des  Vorherrschens
derselben  beiden  Thierfiguren  in  der  altnordischen  wurde  durch
eine  Anzahl  von  Beispielen  geführt.  Es  ist  deshalb,  wie  gesagt,
kaum  als  ausserhalb  desselben  Zusammenhanges  stehend  anzusehen ­
  ,  dass  als  ein  unzweifelhaft  letzter  Ueberrest  eigenthümlich
  nordischer  Ornamentik  noch  bis  heute  die  über  ein  weites
Gebiet  besonders  des  nördlichen  Deutschlands  hin  gebräuchlichen ­
  Giebelzierrathen  der  Bauernhäuser  in  Gestalt  von  Pferdeund
  Vogelköpfen  sich  erhalten  haben. 3  Die  letzteren  nennt
man,  nicht  ohne  dann  Bedeutsamkeit  darin  zu  finden,  gewöhnlich ­
  Schwanenköpfe.
Ich  kehre  nunmehr  noch  ein  Mal  auf  das  Feld  zurück,
auf  welchem,  wie  ich  früher  sagte,  der  Kampf  um  die  Lösung
der  uns  beschäftigenden  Probleme  besonders  erfolgreich  wird
weitergeführt  werden  können;  das  ist  Italien.  Auch  Italien
theilte  ursprünglich  denselben  primitiven  Kunststil,  der  in  der
neuen  Vasenclasse  für  Griechenland  uachgewiesen  ist,  mit  dem
übrigen  Europa,  in  dessen  Norden  er  sich  nur  länger  erhielt.
Diesen  Satz  wiederhole  ich,  wie  ich  ihn  vorher  schon  einer
von  Lindenschmit  mir  gemachten  Einwendung  entgegeugestellt
habe  und  erläutere  ihn  jetzt  wenigstens  an  einigen  Beispielen,
1  Vergl.  sonst  Weinhold,  altnordisches  Leben  (Berlin  185G)  S.  42<f  ff.
2  Z.  B.  Annaler  for  nordisk  Oldkyndighed  (Kjöbenhavn)  1842,  S.  348  ff.
3  Chr.  Petersen  in  den  Jahrbüchern  für  die  Länderkunde  der  Herzogtümer
Schleswig,  Holstein  und  Lauenburg.  Band  III,  1860.
Sitzungsber.  <1.  phil.-liist.  CI.  LXX11I.  Bd.  I.  Hft.  16
            
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