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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Conze

äusserst  rohe,  scheinbar  nackte  und  weibliche  Figur  von
Marmor,  ziemlich  genau  übereinstimmend  mit  der  von  Walpole ­
  1  früher  mitgetheilten  Marmorfigur  aus  einem  attischen
Grabe.  Die  Kopenhagener  Marmorfigur  soll  nach  Angabe  des
Obrist  von  Sommer,  jetzt  Commandanten  von  Rosenborg,  auf
Thera  in  ein  und  demselben  Grabe  mit  der  jetzt  auch  in  der
Antikensammlung  zu  Kopenhagen  befindlichen  grossen  Vase
ältesten  Stils  (meine  Abhandlung  Taf.  IX,  2)  gefunden  sein.
Wir  sind,  so  weit  hierauf  zu  bauen  ist,  also  berechtigt,
primitive  Versuche  plastischer  Darstellung  menschlicher
Figuren  neben  der  Darstellung  derselben  mit  dem  Pinsel  an-'
zunehmen.
Der  Nachweis  menschlicher  Figuren  neben  den  Thierfiguren
  und  im  Zusammenhänge  mit  der  aus  Weberei,  Flechterei
und  Metallarbeit  entsprungenen  Linearornamenten  der  ältesten
Vasenclasse  griechischen  Fundorts  erscheint  Hirschfeld  iiberraschend.
  Er  ist  für  die  von  mir  angestellte  Vergleichung
und  den  behaupteten  Zusammenhang  mit  den  nordischen  Kunstproducten
  in  so  fern  befriedigend,  als  für  das  Zutreffende  dieses
Vergleiches  bisher  gerade  die  menschliche  Figur  in  dem  Formenvorrathe
  der  griechischen  Fundstücke  noch  fehlte;  auf  den  von
mir  von  der  andern  Seite  besonders  zur  Vergleichung  herbeigezogenen ­
  Hallstädter  Bronzen  ist  sie  vorhanden, 2  jedoch  nur
in  reihenweiser,  rein  ornamentaler  Zusammenstellung.  Auf
den  Hirschfeldschen  Vasen  ist  eine  wirkliche  Scene  aus  dem
Menschenleben,  der  Bestattungszug,  dann  wieder  die  Ausstellung ­
  der  Leiche,  es  sind  da  die  Wagenlenker  und  die
Kämpfer  bei  dem  Schiffe  dargestellt.  Dass  die  nordische  Kunst
diesen  Schritt  zur  bildlichen  Vorführung  wirklicher  Vorgänge
aber  auch  hie  und  da  versucht  hat,  mag  vorläufig  nur  mit  dem
einen  Beispiele  des  Kivik-Monuments  auf  Schonen  belegt  werden, ­
  wo  gerade  auch  die  Abbildung  zweispänniger  Wagen  vor-1
  Memoirs  p.  324,  pl.  2.  Müller,  Denkm.  d.  a.  K.  I,  Taf.  II,  n.  15.  Der
Schlusszusatz  Welckers  zu  Müller  Handb.  der  Archäologie  §.  72  muss
also  eine  Modifieation  erleiden.  Gleichartig  die,  Alabasterüguren,  als  deren
Fundort,  die  griechischen  Inseln  angegeben  werden  im  Catalogue  of  a
series  of  photographs  from  the  colleetions  of  the  British  Museum.  I.  Series.
Grecian  Series  n.  G13.
2  Sacken,  das  Grabfeld  von  Hallstadt  S.  122.
            
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