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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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C  o  n  z  e

primitiver  Kunstübung  lenken  ja  heutzutage  clie  kunstindustriellen ­
  Studien  z.  B.  auf  südslavische  Webereien  zurück.
Wenn  nun  aber  im  Verfolge  seiner  Auseinandersetzung
Lindenschmit,  um  sieh  damit  zugleich  meiner  Resultate  zu  erwehren, ­
  so  weit  geht,  mit  grosser  Unbefangenheit  von  der
,neugeschaffcnen’  Mythe  einer  Wanderung  arischer  Völker  nach
dem  Westen  und  der  aus  ihr  entwickelten  Vorstellung  einer
indogermanischen  Cultur*,  welche  auch  die  ,Kreise  der  antiquarischen ­
  Forschung  nicht  ungestört*  hätte  lassen  können,
wegwerfend  zu  sprechen,  so  mag  er  dafür,  was  sie  zwar  kaum
verlangen  werden,  den  Sprachforschern  Rede  stehen,  von  denen
diese  ,störenden*  Vorstellungen  ausgehen,  nicht  mir.
Ich  habe  nur  noch  einen,  aber  einen  Cardinalpunkt  in
der  Differenz  mit  Lindensclnnit  übrig  gelassen.
Ebenso  mangelhaft,  wie  nämlich  Lindenschmit  um  eines
vorher  seiner  Bedeutung  nach  wohl  zur  Genüge  aufgeklärten
Citates  willen  meine  Sachkenntniss  im  Gebiete  der  nordischen
Archäologie  findet,  ebenso  auffälligen  Mangel  findet  er  wiederum
auf  meiner  Seite  in  Bezug  auf  italische  Denkmälerkunde.  Hiermit ­
  kommen  wir  auf  das  Feld,  auf  welchem,  so  viel  ich  sehe,
der  Kampf  um  die  Lösung  des  ganzen  kunsthistorischen  Problems, ­
  um  das  es  sich  handelt,  zunächst  besonders  weiter  geführt ­
  werden  wird.  Es  sind  zwei  Thatsachen,  deren  Unkenntniss
  er  mir  glaubt  vorwerfen  zu  dürfen;  es  handelt  sich  dabei
um  das^Vorkommen  und  Nichtvoi'kommen  des  Pflanzenornaments. ­
  Ich  wisse  nicht,  das  ist  die  erste  Thatsache,  dass  dasselbe ­
  an  nordischen  Fundstücken  erscheine.  Diesen  Punkt
halte  ich  nach  allen  bisherigen  Auseinandersetzungen  von  vorn
herein  für  abgethan;  ich  habe  solche,  verhältnissmässig  aber
vereinzelte  Fälle  nie  in  Abrede  gestellt  und  gab  von  Anfang
an  für  sie,  wo  es  sich  nicht  um  Römisches  handelt,  den  directen
oder  indirecten  etruskischen  Ursprung  zu  (Beispiele  in  meiner
ersten  Abhandlung  S.  531,  S.  27  des  Separatabdrucks).  Ich
wisse  zweitens  aber  nicht,  fährt  Lindenschmit  fort,  dass
,eine  namhafte  Anzahl  etruskischer  Bronzearbeiten  italischen
Fundorts  ausschliesslich  nur  jene  Strich-  und  Linienverzierungen
des  sogenannten  indogermanischen  Urstils  und  gar  kein  Pflanzenornament ­
  aufweise*.  Darauf  hatte  ich  andeutend,  weil  ich
mich  eingehender  damals  darauf  nicht  einlassen  wollte,  auf
            
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