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C o n z e
sagt Frauberger, sind die Formen der Ornamentation geometrische,
verschiedene Liniengefüge, theils willkürliche, theils
Quadrate, Sterne, Dreiecke, Kreuze und dergleichen; daneben
— und das ist das Fremde — erscheint, was Frauberger stilisirtes
Ornament nennt, Blumen, Löwen, Pfauen, Adler und
Herzen. Frauberger meint, dass die in diesen Gegenden niemals
vorkommenden Löwen und Pfauen sammt den Adlern als
griechisch-katholische Kunstformen herübergebracht worden
seien. Es gehe das auch aus der Art ihrer Stilisirung hervor.
Sobald diese Stickereien, fährt Frauberger fort, das vorwiegend
geometrische Ornament vex-lasseu und naturalistisch werden
wollen, so verfallen sie augenblicklich in die krasseste Geschmacklosigkeit.
Die tüchtigeren Arbeiterinnen, heisst es,
sähen das dann aber auch meist bald ein und kehrten zu dem
zurück, was Tradition und Instinkt zu ihrem Arbeitsfelde ihnen
angewiesen hätten.
Wenn ich auch Manches von dem hier weiter Ausgeführten
in meiner ersten Abhandlung nur andeutend berührte, so war
ich doch schon damals genöthigt, über das Gebiet des classischen
Alterthums hinaus, auf dem ich bisher allein litterarisch
thätig gewesen bin, bis tief in das Gebiet namentlich der nordischen
Alterthumskunde vorzugehen. Hier begegne ich nun
einer Anzahl von Forschern, welche auf diesem Felde den
Schwerpunkt ihrer Thätigkeit und ihres Wissens mit jedenfalls
überwiegender Kenntniss mancher Details haben. Niemand
kann sich leicht freier von Geringschätzung solcher für die
gegenwärtige Untersuchung gewichtiger Kenntniss wissen, als
ich und doch ist mir in ziemlich heftigen Ausdrücken solche
Geringschätzung von Lindenschmit 1 auf Anlass meiner Abhandlung
vorgeworfen, zunächst deshalb, weil ich die von
Lindenschmit vertheidigte Zurückführung der grossen Masse 2
nordischer Bronzearbeiten und des gesammten Stils ihres Ornaments
auf etruskischen Ursprung allerdings nur für unrichtig
halten kann. Ob aber solche Arbeiten für etruskisch gelten
können, darüber muss sich doch derjenige einigermassen ein
1 Die Alterthiüner unserer heidnischen Vorzeit III. Band, 1871, Beilage
S. 37 ff.
2 Lindenschmit stellt mit Recht in Ahrede, dass er alle nordischen Bronzen
aus Etrurien hergekommen sein lasse.