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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  der  Anfänge  griechischer  Kunst.

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Blicke  entzogenen  Vorgeschichte  die  vegetabilischen  Formen
nicht  einfach  nachgebildet,  sondern  bereits  in  etwas  ganz  Neues,
in  ein  schematisches  Ornament  verwandelt  sind.  Sobald  diese
beiden,  ihrer  Entwicklungsstufe  nach  so  sehr  ungleichen  Kunstweisen ­
  einander  berührten,  musste  stets  die  eine  vor  der  andern,
wie  die  Indianerstämme  Amerikas  vor  den  Europäern,  verschwinden. ­
  Ich  skizzirte  in  meiner  früheren  Abhandlung  in
einigen  Hauptzügen  den  Gang  dieses  für  den  ganzen  Umfang
Europas  erst  im  Verlaufe  von  Jahrtausenden  sich  vollziehenden
Processes  der  Bewältigung  der  alteuropäischen  Weise  durch  die
vorderasiatische  und  ihre  Abkömmlinge,  besonders  leicht  erkennbar ­
  in  der  begleitenden,  auch  kunstgeschichtlich  hochwichtigen ­
  Einzelerscheinung  der  Ausbreitung  des  phönizischen
Alphabets  und  seiner  Abkömmlinge  über  Europa.  Theilweise
handelt  es  sich  hierbei  um  recht  bekannte  Dinge;  es  war  eigentlich ­
  nur  der  Beginn  dieses  grossen  geschichtlichen  Processes,
welcher  erst  auf  Grund  der  von  mir  im  Anschlüsse  an  Burgon
und  Semper  nachgewiesenen  und  behandelten  ältestgriecliisehen
Thongefässe  sich  erkennen  liess.  Sie  repräsentiren  die  südöstlichste ­
  Verzweigung  der  alteuropäischen  und  (a  potiori)  indogermanischen ­
  Kunstweise,  die  hier,  Vorderasien  zuallernächsttretend,
  zuerst  vor  dessen  höher  entwickelter  Art  weichen
musste,  jedenfalls  schon  im  zweiten  Jahrtausend  v.  Chr.  Unter
den  bemalten  Thongefässen,  die  uns  schon  so  Vieles  gelehrt
haben,  konnten  wir  aber  die  Belege  für  den  Hergang  sogar
auch  noch  in  mancherlei  Uebergangsformen,  Vermischungen  der
älteren  einheimischen  und  der  neuen  Art  zusammenbringen.
Noch  reichlicher  werden  sich  mit  der  Zeit  die  Belege  für
den  Fortgang  dieses  Kampfes  derselben  Kunstformen  in  Italien
sammeln  lassen,  wo  die  Entscheidung  desselben  bei  der  grösseren
Entfernung  von  Vorderasien,  der  westwärts  statt  wie  auf  der
Balkanhalbinsel  ostwärts  gewandten  Culturseite  der  Apenninenhalbinsel
  weniger  rasch  erfolgt  sein  muss,  wo  namentlich  die
Etrusker  lange  viel  von  der  alteuropäischen  Weise  festgehalten
zu  haben  scheinen,  während  ihnen  gegenüber  die  Hellenen  hier
schon  durchaus  als  die  Träger  des  nun  freilich  von  ihnen  in
eine  ganz  neue  Form  gebrachten  vorderasiatischen  Einflusses
auftraten.  Aber  auch  die  Etrusker  werden  dann  allmälig  zu
solchen  Trägern  derselben  nun  weiter  nordwärts  in  den  Körper
            
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