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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Coiize

Stil  gebrauche,  so  lasse  ich  damit  ausdrücklicher  als  bisher  es
dahingestellt  sein,  ob  er  geographisch  noch  weiter  zu  verfolgen ­
  ist,  nur  das  als  den  Cardinalpunkt  festhaltend,  dass  dieser
Stil  positiv  und  negativ,  so  wie  ich  ihn  bis  zu  einem  gewissen
Grade  wenigstens  kenntlich  charakterisirt  habe,  verschieden
war  von  jenem,  welcher  bereits  im  vierten  Jahrtausend  in
Aegypten,  mindestens  im  zweiten  ebenfalls  vor  unserer  Zeitrechnung ­
  in  Vorderasien,  besonders  im  Euphrat-  und  Tigrislande ­
  sich  ausgebildet  hatte.  Hieraus  ergibt  sich  weiter  und
ich  will  nicht  unterlassen,  es  jetzt  ausdrücklicher  als  bisher
hervorzuheben,  dass  dasjenige,  was  ich  für  ein  jedes  dieser
beiden  grossen  völkergeschichtlichen  Gebiete  als  einen  Stil  in
der  Kunstübung  bezeichne,  richtiger  als  eine  Gruppe,  eine  Familie ­
  von  unter  sich  sogar  so  stark,  wie  z.  B.  der  ägyptische
und  assyrische,  wieder  unterschiedenen  Stilen  zu  fassen  ist,
als  Etwas,  das  also  dem  grossen  Ganzen  eines  Sprachstammes,
in  dem  es  wieder  einzelne  Sprachen  gibt,  entspricht.
So  weit  meine  Kenntniss  reicht,  sind  sämmtliehe  alteuropäische ­
  Kunstweisen,  ist  also  diese  ganze  Stilgruppe  niemals
über  einen  aus  der  Technik  der  Weberei,  Flechterei,  ferner
der  Metallarbeit  und  zwar  des  Treibens  in  Metallblechen  hervorgehenden ­
  Formenvorrath  mit  Hinzunahme  nur  einer  sehr
primitiven  Nachahmung  von  lebendigen  Gestalten,  namentlich
bestimmter  Thiere,  wie  wir  sehen  werden,  aber  auch  Menschen,
also  lebendig  sich  bewegender  und  so  das  Auge  besonders  leicht
beschäftigender  und  die  Nachbildung  anregender  Gestalten
hinausgekommen  und  auch  auf  die  Stilisirung  dieser  lebendigen
Formen  hat  das  technische  Verfahren  einen  weitgehenden  Einfluss ­
  geübt;  so  gut  wie  vollkommen  unverwerthet  aber  blieb
dabei  die  im  ersten  Anfänge  zur  Nachahmung  offenbar  nicht
so  wie  die  lebendigen  animalischen  Bildungen  anreizende
Pflanzenwelt.  Dem  gegenüber  ist  in  der  vorderasiatischägyptischen
  Stilgruppe,  so  weit  wir  zurücksehen  können,  bereits
eine  viel  höhere  Entwicklungsstufe  erreicht,  auf  der  die  Kunstform ­
  nicht  mehr  so  fast  ausschliesslich  von  der  technischen
Procedur  und  zwar  von  einigen  wenigen,  nämlich  zwei  Arten
technischer  Procedur  abhängig  ist,  wo  die  Nachahmung  lebendiger ­
  Form  sich  zu  einer  ganz  andern  Meisterschaft  erhoben
hat  und  dann  als  Ergebniss  einer  offenbar  langen  unserem
            
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