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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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C  o  n  z  e

asien  bekannt  sein  konnten.  Dagegen  bemerken  Babington
und  Colvin  Zweierlei,  erstens  sei  der  Löwe  ja  in  Griechenland
voi’gekommen,  worauf  zu  erwidern  ist,  dass  nach  meiner  Annahme ­
  dieser  deshalb  von  mir  als  indogermanisch  bezeichnete
Stil  auch  nicht  in  Griechenland  sich  bildete,  sondern  bei  der
Einwanderung  der  hellenischen  Stämme  mitgebracht  wurde,
zweitens,  dass  Löwen  in  den  griechischen  Sagen  vorkämen,
was  erst  nach  Untersuchung  des  Alters  und  der  Herkunft  dieser
mythischen  Thiere  als  Argument  gebraucht  werden  könnte,
ferner  dass  Löwen  dargestellt  seien  am  Thore  von  Mykenai  und
auf  altgriechischen  Münzen,  auf  Münzen,  deren  Prägung  bekanntlich ­
  erst  von  Kleinasien  aus  sich  verbreitete,  in  Mykenai,
das  man  stets  als  einen  der  Hauptzielpunkte  vorderasiatischen
Einflusses  angesehen  hat.  Da,  auf  Münzen  und  in  Mykenai
freilich  können  doch  Löwenbilder  auch  nach  meiner  Auffassung
ihres  Vorkommens  und  Nichtvorkoramens  nicht  auffallen,  so
wenig  wie  die  Rolle  dieses  Thieres,  um  noch  einmal  den  Mythos
zu  berühren,  in  der  mit  vorderasiatischen  Bestandtheilen  stark
versetzten  Heraklessage.
Hiermit  habe  ich  die  von  Babington  und  Colvin  gegen
mich  beigebrachten  Gründe  bereits  alle  genannt  und  verhältnissmässig
  vielleicht  zu  umständlich  beleuchtet.  Ihnen  gegenüber ­
  bin  ich  genöthigt,  besonders  die  Verschiedenheit  der  vom
griechischen  Standpunkte  aus  etwa  pelasgisch  zu  benennenden
Vasen  und  der  orientalisirenden,  den  Mangel  jeder  Spur  von
Einfluss  vorderasiatischer  Kunst  bei  diesen  allerältesten  griechischen ­
  Vasen  festzuhalten.
Anderer  Widerspruch  gegen  diesen  Theil  meiner  Abhandlung ­
  ist  mir  nicht  bekannt  geworden,  vielmehr,  wie  gesagt,
mehrfach  ausdrückliche  Zustimmung.
Hatte  ich  aber  nach  dieser  Seite  hin  eine  Trennung  vorgenommen, ­
  so  wurde  ich  andrerseits  zur  Vergleichung  mit
nordeuropäischen  Fundstücken  und  durch  die  Vergleichung  zur
Behauptung  des  Zusammenhangs  zwischen  der  ältestgriechischen
Vasenornamentik  und  der  alteuropäischen,  namentlich  im  höchsten
Norden  lange  unvermiseht  bewahrten  Verzierungsweise  geführt.
Diesen  Zusammenhang  konnte  ich  mir  aber  historisch  nicht  so
denken,  wie  den  Zusammenhang  z.  B.  frühromanischer  Formen
etwa  im  Rheinlande  und  spätrömischer  in  Italien,  wo  der  Stil
            
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