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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

lieber  die  Entstehnngs  Verhältnisse  der  Öonstitutio  de  expeditione  Romana.  207

im  allgemeinen  auch  auf  Gleichmässigkeit  der  Länge  der
gereimten  Satztheile  kein  Gewicht  legt,  so  liebt  sie  es  doch
sichtlich  nicht,  dieselben  durch  Einschiebung  von  Nebensätzen
zu  unterbrechen,  wie  das  hier  bei  der  Annahme  ungeänderter
Wiedergabe  häufig  der  Fall  sein  würde.  Zudem  lassen  sich
hier  manche  Stellen  so  leicht  in  ziemlich  gleichmässige,  selbst
einer  gewissen  rhytmischen  Bewegung  nicht  entbehrende  Reimzcilen
  auf  lösen,  dass  es  doch  auffallen  muss,  wenn  die  Vorlage ­
  an  anderen  auf  jedes  Ebenmass  verzichtet  haben  sollte.
Kommt  nun  noch  hinzu,  dass  wir  bereits  ganz  unabhängig
von  diesen  Verhältnissen  den  uns  vorliegenden  Text  als  einen
überarbeiteten,  insbesondere  auch  durch  spätere  Einschiebungen
erweiterten,  nachwiesen,  so  muss  doch  der  Gedanke  sehr  nahe
liegen,  dass  eine  ursprünglich  viel  gleichmässiger  gestaltete
Vorlage  erst  durch  die  Ueberarbeitung  den  Charakter  gewonnen
hat,  der  uns  auch  bei  der  Annahme  möglichst  regelloser  Reimprosa ­
  Bedenken  erregen  muss.  Wenn  es  etwa  heisst:  si  ad
curiam  Gallorum,  (hoc  ent  in  campum,  qui  vulgo  Rungalle  dicitur,)
  dominum  suum  non  comitctur,  \  et  ibi  cum  militari  appdratu
non  representetur,  |  feodo  (preter  lws,  qui  cum  gratia  dominorum
suorum  remanserint,  in  conspectu  nostro)  absque  spe  recuperationis
  privetur,  |  so  gibt  von  den  vermutheten  Zusätzen  des
Ueberarbeiters  der  erste  sich  auch  ohne  alle  Rücksichtnahme
auf  die  Gestaltung  der  Vorlage  als  solchen  zu  erkennen.  Und
dann  empfiehlt  sich  gewiss  um  so  mehr  die  Annahme  auch
des  zweiten.  Durch  einfache  Auslassung  der  bezüglichen
Worte  ergeben  sich  gleichmässige  Reimzeilen,  während  das
beseitigt  wird,  was  wir  oben  als  anstössig  bezeichneten;  einmal ­
  die  Fassung  als  Willensäusserung  des  Königs;  dann  die
auch  bei  regelloserer  Reimprosa  nicht  übliche  Einschiebung
eines  Relativsatzes.
Es  ergibt  sich  nun  wirklich,  dass  sich  für  längere  Stellen
durch  blosse  Auslassungen,  aber  ohne  Umstellung  oder  Aenderung
  auch  nur  eines  einzigen  Wortes,  ein  zusammenhängender ­
  gereimter  Text  mit  genügend  gleichmässigen  Reimzeilen ­
  gewinnen  lässt,  bei  welchem  alle  Beziehungen  auf  den
in  erster  Person  redenden  König  ausgelassen  werden  konnten
ohne  dass  das  irgendwie  den  Zusammenhang  störte.  So  gleich
am  Beginne  der  Bestimmungen  :
            
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