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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Bericht  über  Weisthümer-Forschungen.

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St.  Peter,  St.  Johann,  St.Veit,  Nieclerwalclkirchen
(sämmtlich  im  Mühlviertel  gelegen)  und  Neuhofen,  wiewohl
ich  von  Seite  der  Gemeindevorstände  überall  ein  bereitwilliges
Entgegenkommen  fand.  Nur  der  Pfarrer  von  St.  Veit,  dessen
Pfarre  früher  ein  Dominium  hatte,  konnte  sich  nicht  entschliessen,
  in  das  Urbar,  das  seiner  eigenen  Mittheilung  nach  sich
im  Pfarrarchiv  befindet,  geschweige  in  dieses  selbst  mir  Einblick ­
  zu  verstatten,  so  dass  ich  nicht  sagen  kann,  ob  mir  hier
nicht  doch  vielleicht  etwas  entgangen  ist.
Damit  schloss  ich  meine  Forschungen  in  Oberösterreich
selbst  ab,  aber  nicht  meine  Forschüngen  überhaupt.  Mancherlei ­
  Anzeichen  und  Winke,  namentlich  aber  der  Umstand,  dass
gerade  die  Archive  ehemals  kaiserlicher  Herrschaften,  wie  z.  B.
Steyr,  so  wenig  boten,  schien  mir  auf  einen  noch  unberührten
Fundort  zu  deuten,  auf  das  Archiv  des  Reichsfinanzministeriums ­
  in  Wien.  Ich  wendete  mich  desshalb  an  meinen  Freund
Dr.  Franz  Kürschner,  Archivsadjunct  im  Reichsfinanzministerium, ­
  der  auf  meine  Wünsche  mit  zuvorkommender  Gefälligkeit
einging  und  mir  sogleich  ein  vor  etwa  einem  Jahre  ins  Archiv
gekommenes  M  o  n  d  s  e  e  r  Urbarium,  angelegt  im  Jahre  141  6,  zeigte,
das  mehrere  Aufzeichnungen  der  in  den  jährlichen  Taidingen
den  Untertliancn  des  Klosters  gewiesenen  Rechte  und  Freiheiten
enthält.  Dieser  Fund,  im  ersten  Anlauf  gemacht,  reizte  die
Forschungen  sogleich  fortzusetzen  und  ich  verwendete  dazu
die  wenigen  letzten  Tage  meiner  Ferien.  Bei  dem  rühmenswerthen
  Eifer,  mit  welchem  mich  Kürschner  dabei  unterstützte,
welchem  ich  dafür  hier  meinen  herzlichsten  Dank  ausspreche,
darf  ich  hoffen  dass  mir  trotz  der  Eile,  mit  welcher  ich  im  Gedränge ­
  der  Zeit  die  Untersuchungen  anstellen  musste,  doch
nichts  Brauchbares  entgangen  ist.  Der  Erfolg  war  ein  sehr
bedeutender,  wenn  auch  das  ,Riegbiichel  der  4  Ämter*  von
Enns  und  das  Taiding  der  Steyer’schen  Ämter  Ternberg,
Mitterberg,  Laussa,  Ertzberg-  und  Raming  (vgl.
Sitzungsber.  Bd.  LIII,  S.  368.  369),  welche  nach  einem  mir

garischen  Magnaten,  was  für  einen  Öberösterreichischen  Richterstab  eine
unerklärliche  Verzierung  wäre,  wenn  sie  sich  bei  genauerer  Untersuchung ­
  nicht  als  ursprünglich  gar  nicht  zum  Beschläge  gehörig,  sondern ­
  erst  später  darauf  befestigt  erwiese.
            
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