Beiträge zur muhammedanischen Münzkunde.
167
auf Umur, den Sohn Isa Beg’s, zu beziehen, der im J. 1403
eines plötzlichen Todes starb, worauf Dschuneid sich zum
Herrn von ganz Aidin machte, aber schon im J. 1404 von
Suleiman angegriffen wurde. Auch diesmal also enthält das
Nuchbet et-tewärich das Richtige.
Ergibt sich einerseits die Richtigkeit der unserem Fels
gegebenen Zutheilung aus den türkischen Quellen, so wird
dieselbe auch von äusserlichen Kriterien gestützt. Sein Typus
gleicht nämlich völlig jenem der osmanischen Kupferprägen
aus dem Ende des 14. und dem Beginne des 15. Jahrhundertes;
hier wie dort erscheinen übereinstimmend die quer über das
Münzfeld gezogenen Doppellinien und jene Schriftform, welche
für diese Periode charakteristisch. Bemerkenswerth aber in
doppelter Beziehung ist die Kürze und Einfachheit der Aufschriften.
Der Name Timur’s, dessen Oberherrlichkeit die von
ihm eingesetzten Fürsten gewiss anfänglich anerkannten, fehlt
und dieser Umstand deutet darauf hin, dass die Prägung unseres
Stückes höchst wahrscheinlich nach dem Abzüge der Mongolen
aus Kleinasien stattfand. Auch ist in zweiter Reihe nicht zu
übersehen, dass Chidhr mit der blossen Nennung seines Namens
ohne Beifügung des Sultautitels sich begnügte oder begnügen
musste, und nicht einmal das Epitheton ornans, ,Schalk, welches
von den Chronisten seinem Namen gewöhnlich beigefügt wird,
auf seine Stempel setzte.
Karamanen.
Ibrahim Ihn Muhammed.
Zu den bedeutendsten Dynastien des im 14. Jahrhunderte
in so viele Fürstenthümer getheilten Kleinasien zählt das Geschlecht
der Karamanen, der Nachkommen Nur Sufi’s, welche,
aus altem königlichen Geschlechte entsprossen, auf den Trümmern
des Seldschukischen Thrones ein Reich errichteten, das
durch längere Zeit an Macht mit dem osmanischen rivalisirte,
bis in der Schlacht auf der Ebene von Ikonium im J. 1385,
dem ersten Zusammenstosse beider Gegner, die Osmanen den
Sieg und das bleibende Uebergewicht erlangten. Trotz dieser
hervorragenden geschichtlichen Bedeutung sind die Karamanen