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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Bergmann.

erwünschten  Anlass  gegeben,  Cliidhr  Schah  der  hierauf  zu  Timur
floh,  im  J.  1390  (792)  seiner  Herrschaft  zu  entsetzen.  Diese
Erzählung  scheint  durch  Ducas  (cap.  IV.)  ihre  Bestätigung  zu
finden,  der  ,Chedr,  den  Sohn  SarchanV,  als  den  von  Bajazid
nach  der  Eroberung  der  Gebiete  von  Kermian,  Aidin  und
Mentesche  entthronten  Fürsten  Lydien’s  und  Aeolis  nennt.  Er
fügt  aber  hinzu,  dass  Jildirim  Chidhr,  der  sich  fügsam  unterwarf, ­
  ehrenvoll  aufnahm,  mit  seiner  Schwester  vermählte  und
nach  Brusa  sandte,  wo  er  bald  hernach  durch  Gift  auf  die
Seite  geschafft  wurde.  Ducas  widerspricht  sich  bezüglich  des
letzten  Theiles  seiner  Darstellung  aber  später  (cap.  XVI.)
selbst,  indem  er  bei  Schilderung  der  Schlacht  von  Angora  sagt,
dass  die  ehemaligen  Truppen  der  Fürsten  von  Aidin,  Saruchan,
Mentesche  und  Kermian,  die  in  der  Schlachtreihe  Bajazid’s
kämpften,  auf  den  Anruf  und  das  Heranrücken  ihrer  ehemaligen ­
  Herren  zu  den  Mongolen  übergingen  und  weiter  (cap.
XVIII.),  dass  Sarchan  (i.  e.  Chidhr)  die  Herrschaft  über
Lydien  von  Timur  wieder  erhielt.
Noch  verwirrter  ist  der  kurze  Bericht  Dschenabi’s,  der
geradezu  sagt,  dass  Ishäq,  durch  Bajazid  entthront,  seine  Rettung ­
  in  der  Flucht  suchte  und  hiemit  seine  Notiz  über  die
Saruchane  schliesst.
Wie  man  sieht,  berichtet  jede  der  drei  citirten  Quellen
anders.  Muneddschimbaschi  wie  Ducas  melden  die  Entthronung
Chidhr’s  durch  Bajazid,  aber  der  zweitgenannte  Autor  spricht
auch  von  der  Vergiftung  des  gefangenen  lydischen  Fürsten,
die  wir  nicht  ohne  weiters  als  erfunden  abzuweisen  berechtigt
sind,  während  Dschanabi  mit  Isliaq  die  Dynastie  endigen  lässt.
Welche  Darstellung  ist  die  richtige,  welche  die  falsche?
Die  Antwort  wäre  schwierig,  ja  wohl  unmöglich,  wenn  nicht
zwei  andere  türkische  Chronisten,  der  durch  sein  Alter  glaubwürdige ­
  Neschri  und  Muhammed  Edirnewi  im  Nuchbet  ettewärich
 1  die  definitive  Entscheidung  allerdings  in  mehr  indirecter
  als  directer  Weise  enthielten.  Neschri 2  sagt  nämlich

1  Manusc.  der  k.  k.  Hofbibliotliek  H.  O.  3.  Bl.  792.
2  Zeitsehr.  der  deutsch-morgenl.  Gesellschaft  Bd.  XV.  p.  335.  Isa  Beg'
verlegte  seinen  Sitz  zunächst  nach  Tire,  bis  er  nach  Nicsea  gebracht
Wurde.  Neschri  nennt  keinen  der  beiden  Pürsten  mit  Namen.
            
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