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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Beiträge  zur  muhammeclanisclien  Münzkunde.

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digung,  das  Haus  des  Ermordeten  aber  wurde  geplündert  und
die  daselbst  Vorgefundenen  Schätze  in’s  Schloss  gebracht.
Zu  jenen  oben  erwähnten  Dirhemen,  welche  Abu  Ali
Ahmed  Ihn  al-Afdhal  während  der  kurzen  Dauer  seines  Vezirates
  prägen  Hess,  und  die,  vermuthlich  in  geringer  Zahl
ausgebracht,  alsbald  wieder  aus  dem  Verkehre  nach  dessen
Sturze  gezogen  wurden,  gehört  die  Silbermünze  des  kais.  Cabinetes.
  Ihre  Aufschriften  bestätigen  die  Angaben  Ibn  Chaldun’s,
indem  in  der  That  in  der  Mitte  des  Averses  und  Reverses  die
Worte:  ,Gott  (ist)  der  Ewige*  und  ,der  Imam  Muhammed*  sich
befinden,  sie  ergänzen  aber  auch  diese  durch  die  beim  genannten ­
  Autor  nicht  angeführte  so  bemerkenswerthe  innere
Umschrift,  welche  den  Namen  des  12.  Imam's  mit  dem  Titel
eines  Amir  al-Muminin  enthält.  Es  ist  bekannt,  dass  die  Secte
der  Imami  in  zwei  Gruppen  zerfällt,  in  jene  der  Ithna-ascharia
und  der  Ismailia  *;  erstere  zählt  12  Imame  (daher  ihr  Name),
deren  letzter  Muhammed  al-Madhi  Ibn  Ilasan-al-Askeri  nach
ihrer  Lehre  fortwährend  lebt,  aber  unsichtbar  ist,  und  eine
Reihe  von  Namen  führt,  wie  al-Käim,  Sahib  az-zamän,  al
Muntazar 2  etc.  Letztere  anerkennt  an  Stelle  des  Musa  al-Kadim
  Ibn  Dschafar  as-Sadiq'  den  Ismail  Ibn  Dschafar  as-Sadiq
  als  7.  Imam  und  lehrt  die  Verborgenheit  der  späteren
Imame  (daher  al-Bathania  genannt).  Der  Secte  der  Imami
gehörte  auch  Abu  Ali  Ahmed  Ibn  al-Afdhal  an  und  desswegen
liess  er  den  Namen  des  12.  Imams  Muhammed  al-Madhi  auf
die  Münzen  setzen.  Dieser  letzte  Imam  führt  hier  die  Kunia
Abu’l  Kasim,  die  er  erhielt,  um  ihm  mit  dem  Propheten,  der
sich  eben  so  nannte,  eine  Art  Namensgleichheit  zu  geben,
denn  al-Madhi,  der  im  Alter  von  12  Jahren  starb,  hatte
keinen  Sohn.
Es  verdient  auch  hervorgehoben  zu  werden,  dass  Abu
Ali  durch  sein  Vorgehen  sich  in  schroffer  Weise  als  Gegner
der  officiellen  Religion  zur  Zeit  der  Fathimiden  erklärte.  Diese
hatten  auf  die  Lehre  des  verborgenen  Imamates  ihr  Reich  gegründet, ­
  und  der  Stiftei'  ihrer  Dynastie,  Obeidallah,  wurde  von
1  Vgl.  Ibn  Chaldun  in  Histoire  des  Herberes  trad.  par  Slaue  t.  II.  p.  501.
2  Reinaud,  Description  des  monuments  Musulmans  etc.  du  cabinet  de  M.
le  Duc  de  Blacas  t.  I.  p.  380.
Sitzungeber.  d.phil.-hist.  CI.  LXXIII.  Bd.  I.  Bft.  11
            
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