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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Beiträge  zur  muliammedanisclien  Münzkunde.

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Stelle  des  alten  Münzfusses  provinziale  oder  locale  Währungen
zur  Geltung  kamen.  Erst  durch  die  Publication  der  Wägungen
des  betreffenden  Münzmateriales  grösserer  Sammlungen  wird
die  Basis  weiterer  Untersuchung  gegeben  sein.
Von  hohem  numismatischen  Interesse  sind  auch  die  Benennungen ­
  verschiedener  Münzsorten  dieser  Periode,  die  gelegentlich ­
  in  den  Quellen  erwähnt  werden  und  bisher  zu  wenig
Beachtung  fanden.  So  werden  wiederholt  iLöLwli'  genannt, ­
  z.  B.  von  Ihn  al-Athir  Bd.  IX.  p.  216  unter  dem  J.
416:  ,das  Kurr  Waizen  wurde  um  200  qasanische  Dinare  verkauft' ­
  ;  ferner  1.  c.  p.  308  unter  dem  J.  427  :  ,Im  Safar  dieses
J.  befahl  al-Käim  biam  allah,  sich  im  Handelsverkehre  der
magrebinischen  (fathimidischen)  Dinare  nicht  mehr  zu  bedienen
und  beauftragte  die  Notare,  die  Verkaufs-  und  anderen  Urkunden, ­
  in  welchen  dieser  Geldsorten  Erwähnung  geschah,
nicht  zu  legalisiren;  zugleich  verwies  er  die  Leute  auf  die
Kadirije,  Saburije  und  Qasanije 4 .  Die  Kadirije  sind  offenbar
die  mit  dem  Namen  des  Chalifen  al-Kadir  versehenen  Goldstücke, ­
  während  die  Saburije  ihren  Namen  von  der  Stadt  Sabur
führen,  welche  eine  sehr  thätige  Münzstätte  gehabt  haben  muss  '.
Schwierig  jedoch  ist  die  Bestimmung  der  Qasanije;  dieselben
mit  der  jenseits  des  Oxus  gelegenen  Stadt  Qasan,  welche  im
4.  Jahrhunderte  weder  politische  noch  commerziello  Bedeutung
besass  und  als  Münzstätte  überhaupt  noch  nicht  nachgewiesen
ist,  in  Verbindung  zu  bringen,  ist  unzulässig;  aus  der  Nennung ­
  der  Dinare  Qasanije  in  einer  Reihe  mit  den  saburischen
ergibt  sich  vielmehr  der  locale  Zusammenhang  beider  Münzsorten. ­
  Dadurch  ist  die  Vermuthung  nahegelegt,  dass  der
Name  Qasanije  corrumpirt  ist.  Vielleicht  ist  statt  Qasanije
Qaschanije  zu  lesen;  denn  Qaschan  erscheint  auch  später  als
Münzstätte  der  Hulaguiden,  allerdings  ein  Ort  nur  von  geringerer ­
  Bedeutung.  An  Käschän  (^LilS’)  zu  denken,  ist  wegen
der  paläographiscli  nicht  zu  erklärenden  Verwechslung  von
i  j'  und  dJ  nicht  gestattet.
1  Als  Abu  Kalidscliar  mit  dem  Chalifen  al-Kadir  wegen  seiner  Anerkennung
und  seines  Titels  unterhandelte,  gab  er  sieli  endlich  mit  dem  Ehrennamen ­
  ,Malik  ad-danla‘  zufrieden,  und  sandte  dom  Chalifen  nebst  reichen
Geschenken  eine  Million  saburischer  Dinare.  Ihn  al-Athir  IX.  313.  Vgl.
Kreiser,  Ideen  p.  418.
            
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