Beiträge zur muliammedanisclien Münzkunde.
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Stelle des alten Münzfusses provinziale oder locale Währungen
zur Geltung kamen. Erst durch die Publication der Wägungen
des betreffenden Münzmateriales grösserer Sammlungen wird
die Basis weiterer Untersuchung gegeben sein.
Von hohem numismatischen Interesse sind auch die Benennungen
verschiedener Münzsorten dieser Periode, die gelegentlich
in den Quellen erwähnt werden und bisher zu wenig
Beachtung fanden. So werden wiederholt iLöLwli' genannt,
z. B. von Ihn al-Athir Bd. IX. p. 216 unter dem J.
416: ,das Kurr Waizen wurde um 200 qasanische Dinare verkauft'
; ferner 1. c. p. 308 unter dem J. 427 : ,Im Safar dieses
J. befahl al-Käim biam allah, sich im Handelsverkehre der
magrebinischen (fathimidischen) Dinare nicht mehr zu bedienen
und beauftragte die Notare, die Verkaufs- und anderen Urkunden,
in welchen dieser Geldsorten Erwähnung geschah,
nicht zu legalisiren; zugleich verwies er die Leute auf die
Kadirije, Saburije und Qasanije 4 . Die Kadirije sind offenbar
die mit dem Namen des Chalifen al-Kadir versehenen Goldstücke,
während die Saburije ihren Namen von der Stadt Sabur
führen, welche eine sehr thätige Münzstätte gehabt haben muss '.
Schwierig jedoch ist die Bestimmung der Qasanije; dieselben
mit der jenseits des Oxus gelegenen Stadt Qasan, welche im
4. Jahrhunderte weder politische noch commerziello Bedeutung
besass und als Münzstätte überhaupt noch nicht nachgewiesen
ist, in Verbindung zu bringen, ist unzulässig; aus der Nennung
der Dinare Qasanije in einer Reihe mit den saburischen
ergibt sich vielmehr der locale Zusammenhang beider Münzsorten.
Dadurch ist die Vermuthung nahegelegt, dass der
Name Qasanije corrumpirt ist. Vielleicht ist statt Qasanije
Qaschanije zu lesen; denn Qaschan erscheint auch später als
Münzstätte der Hulaguiden, allerdings ein Ort nur von geringerer
Bedeutung. An Käschän (^LilS’) zu denken, ist wegen
der paläographiscli nicht zu erklärenden Verwechslung von
i j' und dJ nicht gestattet.
1 Als Abu Kalidscliar mit dem Chalifen al-Kadir wegen seiner Anerkennung
und seines Titels unterhandelte, gab er sieli endlich mit dem Ehrennamen
,Malik ad-danla‘ zufrieden, und sandte dom Chalifen nebst reichen
Geschenken eine Million saburischer Dinare. Ihn al-Athir IX. 313. Vgl.
Kreiser, Ideen p. 418.