Beiträge zur muhammedanisclien Münzkunde.
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Bewohner dieses weiten, von der Natur wenig begünstigten
Gebietes, die Berber besassen keinen entwickelten nationalen
Cult, der einen mächtigen Damm der neuen Religion entgegengesetzt
hätte. Schon unter der Regierung Umar II.
gab es, wie ein alter Chronist sagt, kaum einen Berber, der
nicht bereits den Islam angenommen hatte b So wenig aber
als vorher das Christen- und Judenthum 2 , fasste der neue
Glauben tiefere Wurzel. Bezeichnend isthiefür die Aeusserung des
arabischen Generals Ukba Ibn Nafi, der vor allen den Character
der Berber am schärfsten erfasste, dass, wenn ein Imam den
Boden Afrika’s beträte, sie den Islam festhalten, wenn er aber
den Rücken kehrte, ein jeder von ihnen von der Religion
Gottes wieder abfallen würde 3 . Nicht dass die Berber überhaupt
einer religiösen Begeisterung unfähig waren, vielmehr
sind sie nie auf dem Schauplatz der Geschichte aufgetreten,
ausser wenn sie von einem Priester für eine religiöse Idee
in Bewegung gesetzt wurden, wie das Erscheinen der Almoraviden
und Almohaden zeigt, aber der Islam in der Form,
wie sie die mit dem Umaijaden zur Herrschaft gelangte orthodoxe
Pai’tei vertrat und durch landaussaugende Statthalter nur
wenig empfahl, fand bloss äusserliche und wenig enthusiastische
Bekenner. Desto grösseren Beifall wurde den von flüchtigen
Charidschiten gepredigten demokratischen Doctrinen zu Theil.
Die Lehren der Sifriten und Ibädhiten 1 mit der von ihnen
angestrebten vollständigen Gleichheit aller Religionsgenossen
und der Souveränität des Volkes waren weit volksthtunlicher,
als die starre Orthodoxie mit ihrem leeren Formelwesen. In
unmittelbarer Folge der Verbreitung charidscliitischer Grund-1
Weil, .Geschichte der Chalifen I. 583.
2 Einige Berberstämme, wie die Dschawära, Nafflsa etc., bekannten sich
zum Judenthume, vgl. Ibn Chaldun, hist, des Berberes ed. Slone I.
P- (ff.
3 Description de l’Afrique ed. von Kremer, p. 4 vgl. .1. Asiat. 1841. p. 117.
4 lieber diese Secten ist wenig bekannt. Sie verwarfen die Autorität
des Chalifen und betrachteten alle andern Muslimen als Ungläubige,
ebenso wie Ali und die meisten Anhänger des Propheten. Die Sifriten
stimmten mit den Ibädhiten, einige Lehrsätze ausgenommen, überein.
Vgl. Journ. Asiat. 1841, II. p. 442 Note. Dass aber einige Fractionen
dieser Secte die Wallfahrt nicht unterliessen, sagt al-Jaqubi, Descriptioal
Maghribi ed. Goije p. 44. Weil, Gesell. 1. p. 691. Schahrastani p. 100.
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