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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zeitpunkt  der  slavisclien  Ansiedlung  au  der  unteren  Donau.

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hundert  wird  das  Land  Boyas  vom  Kosmographen  von  Ravenna ­
  erwähnt.  1  Man  müsste  sich  sogar  wundern,  wenn  die
zahlreichen  in  Bojohaemum  neuangesiedelten  Slavenstämm;,
denen  es  an  einer  gemeinsamen  Bezeichnung  fehlte,  nicht  den
alten  ihnen  überlieferten  Bojennamen  fortgebraucht  hätten.
Damals  nun  scheint  unter  dem  Gewirre  von  mancherlei  kleinen
Stämmen,  die  sich  im  Elbeland  niedergesetzt  hatten,  das  Volk
der  Chrovaten  eine  hervorragende  Bedeutung  in  Anspruch  genommen ­
  zu  haben;  das  Principat  der  Cecken,  die  später  den
Namen  gaben,  datirt  erst  aus  späteren  Tagen.  Der  erste,  der
unter  den  Byzantinern  den  Namen  (T^x ot )  kennen  lernt,  ist
Kinnainos  um  1180.
Vor  Allem  aber  ist  abzuwehren,  dass  man,  wie  selbst
Zeuss  thut,  behaupte,  Constant.inos  setze  seine  Chrovaten  an
die  Nordseite  der  Karpaten,  da  er  nur  von  einem  Aneinandergrenzen ­
  des  Landes  Boiki  und  der  Turkoi  oder  Ungarn  spricht,
was  für  seine  Zeit  ganz  richtig  ist,  da  Böhmen  mit  Einschluss
des  zugehörigen  Mährens  wirklich  an  der  Bergreihe  der
kleinen  Karpaten  sich  begrenzen.  Dass  er  aus  seinen  Erkundigungen ­
  nicht  auch  die  genaue  Lage  der  Chrovaten  erfuhr,
oder  besser,  dass  ihm  das  was  er  erfahren  nicht  immer  so  klar
vor  der  Seele  stand,  um  es  mit  wünschenswerther  Genauigkeit
auszusprechen,  darf  uns  bei  einem  Manne,  der  im  10.  Jahrhundert ­
  in  Constantinopel  über  Gegenden  im  östlichen  Deutschland ­
  schrieb,  nicht  wundern.  Wundern  muss  man  sich  weitmehr, ­
  wie  man  aus  dem  klaren  Bagibareia,  Baiern,  ein  Babia
göra  hat  machen  können,  aus  dem  Namen  eines  nothwendiger
1  Ed.  Parthey  et  Pinder  S.  213.  Die  wichtige  Stelle  bedarf  der  Reinigung
von  störenden  Randbemerkungen.  Ich  lese  daher:  Item  ad  partem  quasi
meridianam,  quomodo  a  spatiossima  dicatur  terra,  est  patria  quae  dicitur
Albis  [Ungani]  montuosa  per  longum,  quasi  ad  Orientem  multum  extenditur,
  cuius  aliqua  pars  Boyas  dicitnr.  —  —  haec  patria  habet  non  modica
  flumina,  inter  cetera  fluvius  grandis  qui  dicitur  Albis  et  [Bisigib  1.
Bisurgis]  alia  sexaginta,  quae  in  Oceano  funduntur.  Wer  diese  in  den
Text  liineingerathenen  Ungani  sein  sollen,  belehrt  uns  die  Vergleichung
mit  S.  28:  cuius  ad  frontem  Alpes  vel  patria  Albis:  [Maurungani  certissime
  antiquitus  dicebatur].  Die  eingeklammerten  Worte  sind  Zusatz  eines
Lesers,  die  Maurungani  augenscheinlich  die  Markomannen,  welche  in  dem
Lande  Boyas,  nach  jüngerer  Lautform  Baias  wohnten.  In  dem  Namen
Baju-varii  lebt  der  Namen  unvertilgbar  weiter.
            
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