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120 Bo esler.
Die Gleichartigkeit und Gleichzeitigkeit der Aufnahme
grosser Slavenmassen auch im westlichen Theil der Halbinsel,
legt es mir nahe, auch über die serbisch-kroatische Einwanderung
ein Wort zu äussern, obgleich ich mir das Bedenkliche
nicht verhehle, nach grossen Forschern, wie Zeuss und Diimmler,
in der Frage noch einmal zu sprechen. Was ich aber zu
sagen habe, betrifft das Land, aus dem die Kroaten (Hrvati,
Hrovati) kamen. Diimmler wenigstens ist nicht der Meinung,
jenes ,Weisskroatien' an der Nordseite der Karpaten zu verwerfen,
da auch später der kroatische Name noch in der Gegend
von Krakau vorkomme. 1 Die Stellen des Constantinos
über dasselbe verstehe ich aber abweichend von früheren so, dass
die Belochrobaten oder weissen Chrovaten, welche ihre eigenen
Herrscher haben, dabei aber dem Könige Otto dem Grossen
unterworfen sind, Schwägerschaft und Liebesbeweise mit
den Ungarn unterhalten, die an den Bergen, zugleich jenseits
Baiexms und jenseits Ungarns wohnen, und an das Frankenreich
grenzen — ihr Land aber heisst bei ihnen Boiki —
dass diese noch ungetauften Chrobaten keine anderen sind, als
einige Stämme der slavischen Böhmen, die sowohl südlich als
nördlich des Riesengebirges wohnten und Chrovaten genannt
wurden. Mit andern Worten, es hat nichts Unwahrscheinliches
a i sich, dass die Heimath der Chrovaten, welche in die Halbinsel
wanderten, an der bezeichneten Stelle im Norden Böhmens
lag, wo noch später Chrovaten sich linden. Die Mehrzahl des böhmischen
Volkes war, als Constantinos sein Werk von der Verwaltung
des Reiches abfasste, vom Christenthum noch unberührt
und widerstrebte ihm, Constantinos konnte die Stämme
Böhmens und somit auch die Chrovaten sehr gut ungetauft
nennen. Ihr Herzog Boleslav unterwarf sich dem deutschen
Herrscher im J. 947, sehr gut konnte also Constantinos um
949 davon melden, dass der Herrscher der ungetauften Chrovaten
dem Könige Otto gehorche. Sie nannten ihr Land Boiki,
d. h. wohl sich selbst als Einwohner des alten Landes der
Bojer; sie gebrauchten damit nur den alten, seit Jahrhunderten
geltenden Namen, denn auch die Markomannen hatten das Land
Bojenland: Bojohaemum genannt; noch im siebenten Jahr-1
A. a. O. S. 366 — Zeuss S. 609.