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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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R  o  e  s  1  e  r.

Bederiana  in  der  Nähe  von  Justinians  Geburtsort  stammend
schon  in  jungen  Jahren  Justinus  genannt  wurde  und  dass  seine
Gefährten,  die  aus  derselben  Heimat  mit  ihm  zum  Waffendienst ­
  auszogen,  die  Namen  Zimarchos  und  Ditybistos  trugen,
in  welchen  das  alte  thrakische  Element  erkennbar  fortlebt.  Endlich ­
  ist  Uprauda  gar  nicht  eine  slavische  Form,  die  dem  Justus,
geschweige  einem  Justinus  oder  Justinianus  entspräche,  denn
diese  lautet  pravidivu,  pravidinü.  Auch  führte  der  Vater  Justinians ­
  den  echt  thrakischen  Namen  Säbatios,  seine  Mutter
und  Schwester  aber  hiessen  Vigiläntia,  wofür  die  vulgären,
aber  rein  romanischen  Formen  Viglentia  und  Vigleniza  waren.
Diese  Namen  bestätigen  also  nur,  was  wir  sonst  von  der
Ethnographie  des  illyrischen  und  thrakischen  Binnenlandes
wissen;  über  thrakischer  Schichte  lag  eine  jüngere  Schichte
Römerthum,  altnationale  und  römische  Namen  liefen  darum
neben  einander  her.
So  also  war  es  bis  602,  allein  unter  Phokas  und  noch
mehr  unter  Heraklios  (610—641),  als  die  ganze  Kraft  des
Reiches  weit  mehr  als  unter  Maurikios  auf  die  Abwehr  der
östlichen  Feinde  in  Asien,  der  Perser  und  Araber  gerichtet
war  und  man  gegen  die  Gefahren,  die  von  Norden  einstürmten,
und  alles,  was  jenseits  des  Haemus  vorging,  die  Augen  schloss,
da  gewann  die  slovenische  Nation  eher  Gelegenheit,  sich  auch
in  dem  entvölkerten,  an  lachenden  Landschaften  reichen  Moesien,
Dardanien  und  Makedonien  anzusiedeln  und  einzuwohnen.
Eben  für  die  nächsten  60  Jahre  lässt  uns  aber  die  griechische
Geschichtschreibung  auf  diesem  Schauplatz  fast  völlig  in  Stich.
Die  Aufmerksamkeit  ist  einzig  auf  den  Orient  gerichtet,  wo
der  Kampf  mit  furchtbaren  Gegnern  nicht  ausgeht,  bis  nach
grossartigem  Schicksals  Wechsel  alles  verloren  geht.
Doch  lässt  sich  so  viel  entnehmen,  dass  die  Avaren  Dalmatien ­
  und  das  westliche  Halbinselgebiet,  welches  durch  Bollwerke ­
  minder  beschützt  war,  zum  Zielpunkt  ihrer  Verheerungen
machten,  ja  unter  Phokas  ist  vielleicht  nur  ein  bedeutender
Heereszug  nach  dein  moesisch-thrakischen  Gebiete  unternommen
worden. 1  Unter  Heraklios  dagegen  ist  der  Ghagan  618  bis
1  Theophan.  S.  461,  HpaxXsiog  o's  6  ßaaiXeu?  ßaaiXeuaa?,  eupe  ^apaXeXu{j.[j.£va  ta  T7)$
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