Zeitpunkt der slavisclien Anstellung an der unteren Donau.
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der Regierung möglich gewesen. Was aber von slavisclien
Haufen feindlich ins Land brach, das hatte kein Verweilen daselbst,
das Kriegsglück kehrte immer wieder zu den romäisclien
Waffen zurück.
Diesen Argumentationen, welche auf Grund der dargestellten
Verhältnisse sich erheben, stellt kein einziges Zeugniss
gegenüber, das uns ermächtigte, Slavenansiedelungen im römischen
Reiche südlich der Donau vor 602 anzunehmen. Die
Behauptung, welche Schafarik aufgestellt hat, dass unter den
,Städten und festen Orten Moesiens, Thrakiens, Makedoniens,
Illyriens und Epeiros’ bei Prokop (552) schon viele Namen
slavisches Gepräge an sich tragen' 1 legt nur davon Zeugniss
ab, dass Schafarik in Bezug auf Namenforschung im J. 1837
als er dies schrieb, über die ungeheuren etymologischen Träumereien,
mit welchen er im J. 1828 hervorgetreten 2 , im wesentlichen
nicht hinausgekommen, dass seine Forschung nicht
sicherer und bedächtiger geworden war. Das Slavische im
Prokopios aber soll nocli heute naehgewiesen werden.
Von den Etymologien, an welche bedeutsame Folgerungen
geknüpft worden sind, verdient vielleicht nur die eine, welche
den Namen Justinianus betrifft, hier berührt zu werden. Man
bat nämlich dem Namen Uprauda, wie Justinianus als Jüngling
liiess, den Sinn von Justus beigelegt und slavische Abstammung
für ihn und das Land aus dem er stammte, behauptet. Allein
Justinianus hiess nicht so, weil sein früherer Name Uprauda
den Sinn von Justus hatte, sondern weil ihn sein Onkel Justinus
adoptirte; die Erweiterung des Namens ist in solchen Fällen gewöhnlich
gewesen und so wurde aus einem Justinus folgerichtig
ein Justinianus. Es müsste .also bezeugt werden, das Justinus
ursprünglich Uprauda hiess; wir wissen aber, dass dieser aus
1 Slav. Altertliiimer 2, 14.
Ueber die Abkunft der Slawen. Ofen 1828. Durch die gewaltsamste Deutung
aus slavisclien Wurzeln werden Namen, über deren Bedeutung
sonst gar nichts bekannt ist, zu slavisclien gestempelt; der sicheren alten
Form werden junge slavische Umformungen vorgezogen, Gegner, die sich
zur Anerkennung solcher Resultate nicht verstehen wollten, gröblich behandelt.
Auf solche Art werden Rhizinium, Salona, Sardica, TJlpiana,
Horrea (Margi), Gratiana, Drubeta, Almus, Tibiscus u. a. auf der Halbinsel
zu Beweisen für altes Slaventhum.
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