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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Roesler.

des  römischen  Heeres,  der  sodann  niedergemetzelt  wurde.  Als
Petros  dies  erfuhr,  liess  er  sein  ganzes  Heer  am  rechten  Ufer
Stellung  nehmen  und  fing  an,  die  Feinde  gegenüber  zu  beschiessen.
  Diesem  Fernangriffe  widerstanden  die  schlechtbewaffneten ­
  Slavcn  nicht  lange,  Piragast  selbst  fiel  und  das  Ufer
ward  alsbald  frei.  Da  die  Romäer  nach  der  Landung,  die
jetzt  unbehelligt  von  statten  ging,  die  Verfolgung  landein  fortsetzten, ­
  geriethen  sie  aber  in  wasserlose  Gegenden  und  litten
so  furchtbar  am  Durste,  dass  man  selbst  Harn  zu  trinken
nicht  verschmähte.  Die  Noth  hörte  erst  auf,  als  ein  Gefangener ­
  die  tröstliche  Kunde  gab,  dass  vier  Parasangen  von
ihnen  der  Fluss  Elivakia  sei.  Als  aber  die  Verschmachtenden
das  Gewässer  erreicht  hatten,  und  sich  dem  Genüsse  des  Trinkens ­
  hingaben,  die  einen  mit  dem  Munde,  die  andern  aus
holder  Hand  schlürfend,  ein  dritter  mit  einem  Gefässe  schöpfend,
und  Niemand  Schlimmes  besorgte,  da  brauste  ein  Hagel  von
Wurfspiessen  auf  sie  ein  und  tödtete  viele  Leute.  Und  als
man  auf  Kähnen  über  den  Fluss  ging,  um  die  Feinde  zu  vertreiben, ­
  erlitten  die  Romäer  eine  Niederlage  gegen  die  versammelte ­
  Heeresmacht  der  Barbaren.  Der  vierte  Feldzug  in
die  Walachei  endete  so  mit  einem  empfindlichen  Verluste  (597).
Da  der  Anmarsch  des  römischen  Feldherrn  von  Markianapolis
  über  Zaldapa,  Jatros,  (Unter-)  Novae,  Securisca  erfolgt
ist,  und  als  das  letzte  Hauptcpiartier  in  Moesien  Asimus  oder
Anasamus  an  der  Osma  genannt  wird  so  kann  es  nicht  zweifelhaft ­
  sein  ,  dass  der  Uebergang  in  diesem  Feldzuge  an  der
wichtigen  Uebergangsstelle  des  Stromes  gegenüber  der  Alutaeinmündung,
  bei  Islasch,  oder  wenigstens  nicht  weiter  abwärts
als  bei  Sistov  erfolgte.  Da  sodann  die  Katastrophe  des  Heeres
sich  am  Flusse  Ilivakia  oder  der  Jalomita  zutrug,  so  muss
das  unbesonnene  Vordringen  im  unwirthlichen  Slavenlande
länger  gedauert  haben,  als  der  chronikenartig  dürre  Bericht
beim  ersten  Lesen  zu  vennuthen  anregt.  Dass  aber  das  Unglück ­
  der  Römer  gerade  einige  Parasangen  vor  der  Erreichung
der  Jalomita  gesetzt  wird,  erhöht  die  ohnedies  durch  nichts  in
Frage  gestellte  Glaubwürdigkeit  der  Nachricht,  weil  wirklich

1  Tkeopkylact.  S.  270—279  Tkeoplian.,  fälscklick  zum  J.  589,  S.  423  Hist,
jnisc.  ed.  Eyssenkardt  S.  408.
            
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