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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zeitpunkt  der  slavisclien  Ansiedlung  an  der  unteren  Donau.

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Die  unerwarteten  Fortschritte  der  Römer  erregten  auch
die  Besorgnisse  des  Chagans  und  er  beschloss  jetzt  einzugreifen, ­
  um  weiteres  Wachsthum  der  römischen  Macht  zu  verhindern. ­
  Schon  hatte  er  seinen  Slaven  befohlen,  den  Uebergang
  über  die  Donau  zu  bewerkstelligen.  Priskos  aber  beschwichtigte ­
  seinen  Zorn,  indem  er  ihm  5000  von  den  gemachten ­
  Gefangenen  zum  Geschenke  sandte. 1
Als  Priskos  sein  Commando  an  Petros,  den  unfähigen
Bruder  des  Kaisers,  aus  Gründen  die  wir  nicht  kennen,  abgeben
musste,  führte  er  sein  Heer  aus  dem  transistrischen  Gebiete
zurück  (J.  595),  ohne  Weitere  Thaten  vollführt  zu  haben.  Dass
aber  diese  Expeditionen  nur  vorübergehenden  Schrecken  einjagten ­
  und  den  Slaven  die  Lust  zu  Plünderungen  im  römischen
Reiche  nicht  verging,  zeigte  das  nächste  Jahr,  wo  dem  Oberfeldherrn ­
  ein  Trupp  Slaven  in  der  Stärke  von  600  Mann  bei
Markianopolis  begegnete.  Auch  von  1000  Mann  im  Lande
umherziehender  Bulgaren  ist  um  dieselbe  Zeit  die  Rede,  welche
den  Angriff  eines  römischen  Streifcorps  nicht  nur  aushielten,
sondern  auch  zurückschlugen.  Der  Chagan  bewies  die  Dreistigkeit, ­
  wegen  dieses  Angriffs  auf  Leute,  die  mitten  im  Frieden
zwischen  den  beiden  Reichen  auf  dem  Boden  des  römischen
bewaffnet  umherzogen,  Klage  zu  führen.
Der  neue  Strategos  von  Europa  hatte  sich  indessen  für
einen  neuen  Angriff  auf  das  jenseitige  Festland  vorbereitet,
und  entsendete  aus  seiner  Stellung  bei  Asimus 2  Späher  über
die  Donau.  Diese  hatten  das  Unglück,  in  den  Gebüschen,
hinter  denen  sie  sich  verbargen,  den  Slaven  in  die  Hände  zu
fallen  und  verriethen  so  das  Geheimniss  der  Römer.  Sogleich
legte  sich  der  slavische  Häuptling  Piragast  in  einem  Walde
hart  am  linken  Ufer  auf  die  Lauer  und  erwartete  den  Vortrab

1  Theophylact.  250—260.  Theophan.  417.  418.  Hist.  misc.  ed.  Eyssenhardt  406.
2  Ao7]|j.o;  Theophylact.  274  ”A<jr)p.a  325  ’Aar)|j.ou?  hei  Priscus  Panita  S.  144.
Die  ältere  Form  ist  Asamus,  so  bei  Plin.  h.  n.  3,  149.  So  liiess  der
wenig  östlich  vom  Utus  (j.  Vid)  eininiindende  Fluss  (j.  Osma).  Die  Stadt
am  Asamus  hiess  Anasamus  und  lag  IX.  M.  P.  östlich  von  Utus,  noch
heim  Geogr.  Rav.  und  in  der  Not.  dign.  Asamus,  später  nannte  man  sie
wie  den  Fluss  selbst.  Sie  war  nach  Errichtung  der  Dacia  Auroliani  der
westliche  Platz  von  Moesia  secunda.  Not.  Or.  c.  37  S.  102.  Die  heutige
Lage  ist  unbestimmt.
            
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