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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zeitpunkt  der  ülavisclien  Ansieulung  an  der  unteren  Donau.

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Jalomita,  an  welchen  die  Römer  bei  geradem  Vordringen  von
Silistria  aus  nothwendiger  Weise  gelangen  mussten.  Jenseits
des  Flusses  sah  man  die  Slaven,  aber  sie  zogen  sich  eilig  in
ihre  leuchten  Wälder  zurück  und  lockten  damit  die  Romäer
nach,  welche  nun  in  dringendste  Gefahr  geriethen,  in  den
Sümpfen  zu  versinken.  Und  auch  nachher  war  die  Lage  keine
den  Ehrgeiz  des  Alexandros  befriedigende;  der  Versuch,  die
Borkenhütten  der  Slaven  anzuzünden,  scheiterte  wegen  der
Nässe  des  Holzes.  Da  kam  als  Helfer  in  der  Notli  ein  Gepide
  zum  romäischen  Anführer  und  entdeckte  ihm  die  Mittel
zu  einem  erfolgreichen  Vordringen.  Der  Nutzen  war  ein  unmittelbarer ­
  ;  man  machte  eine  ansehnliche  Menschenbeute.
Allein  auch  die  ärgsten  Martern  konnten  den  standhaften  Gefangenen ­
  keine  Angaben  über  sich  und  die  Verhältnisse  des
Landes  entreisson.  Der  gepidische  Sklave  kannte  die  Gefangenen
jedoch  wol,  sei  es  an  Abzeichen,  sei  es  sonstwie  und  behauptete ­
  sie  seien  Unterthanen  des  ,Königs'  Musok J ,  der  30  Parasangen
  entfernt  hause  und  sie  als  Recognoscirungscorps  ausgesendet ­
  habe,  nachdem  er  vom  Unfälle  des  Ardagast  gehört
hatte.  Es  werde,  versicherte  er  überdies,  leicht  sein,  Musok
durch  unvermutheten  Angriff  zu  überwältigen.
Da  Alexandros  sich  einer  so  wichtigen  Sache  nicht  selbst
unterfangen  wollte,  zog  er  sich  auf  das  Hauptheer  zurück,  wo
der  Gepide  seinen  listigen  Plan  dom  Oberfeldherrn  entwickelte.
Priskos  ging  mit  Freuden  darauf  ein,  und  während  der  Gepide ­
  sich  zu  Musok  begab,  marschirte  Priskos  in  der  Richtung
auf  dessen  Herrschaftsbezirk  weiter.  Unter  dem  Vorwände,
dass  er  die  ins  Unglück  gerathenen  Unterthanen  Ardagasts  auf
Kähnen  über  den  Pluss  Paspirios  schaffen  wolle,  der  die
Grenze  von  Musoks  Land  bildete,  erlangte  der  Gepide  vom
Häuptling  die  Erlaubniss,  150  Kähne  mit  entsprechender  Bemannung ­
  zu  nehmen. 2  Darauf  lief  der  Gepide  nächtlicher
Weile  wieder  heimlich  ins  römische  Lager  und  erbat  sich  von
Priskos  100  Bewaffnete.  Priskos  schickte  200  unter  dem  Be-1

  Mouccox  Theophylact.,  Mouooüxio;,  AIouooüyioc  Theoplian.,  Musatius  Itistoria
miscella.
2  Theophylact.  gibt  die  Bootsbemannung  zu  dreissig  Köpfen  an;  hier  liegt
aber  wol  ein  Irrthum  vor,  oder  es  wurden  die  Kähne  remorquirt.
            
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