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R o e s 1 e r.
sidien erhöhte, sogleich offenkundig geworden sein, und es
hätte nicht erst besonderer Umstände bedürft, dem Kaiser darüber
die Augen zu öffnen.
Ueber die Oertlichkeit aber, aus welcher sich dieselben
Slaven auf das römische Reich warfen, und ob esSlaven vom
Süden oder vom Norden der Donau gewesen, erfahren wir hier
noch nichts. Doch wir haben dem Theophylaktos nur weiter zu
folgen, um die gewünschten Ergänzungen zu bekommen. Nur
so viel erhellt auch ohne besondere Angabe, dass die Slaven,
von denen hier die Rede ist, nicht oberhalb der Donau-Katarakte
wohnten, denn alle dort wohnenden gehörten als Leute,
die auf dem unmittelbaren Herrschgebiete der Avaren sassen,
zu deren wirklichen Unterthanen.
Wir eilen aber jetzt über den nächsten schweren Kampf
zwischen Römern und Avaren hinweg, weil in ihm von den
Slaven nicht die Rede ist. Nach manchem Wechsel des Glücks
wurden die Avaren, denen es diesmal nicht gelang, sich eines
festen Punktes im Süden der Donau zu bemächtigen, in ihr
Land zurückgedrängt (586).' Die Verweigerung einer nochmaligen
Tributerhöhung, führte den Chagan Bajan im J. 592
neuerdings ins Feld und es erging sein Befehl, dass ihm die
Slaven die Schiffe zimmerten, deren er für den Donauübergang
bedurfte. Die Arbeit des Schiffsbaues — wahrscheinlich waren
es eine ungeheure Zahl jener Einbäume, welche die Uferbewohner
der Donau seit alten Zeiten verwendeten — wurde
aber von den Bürgern von Singidon (j. Belgrad) durch häufige
Ueberfälle gestört, so dass der Chagan, um sie daran zu
hindern, Singidon zu belagern anfing. Bereits nach sieben
Tagen willigten die hartbedrängten Städter in die Zahlung von
2000 Dariken und eine Lieferung von Geschenken. Der Chagan
verliess sodann die Umgebung dieses Platzes und beschloss, bei
Sirmion 2 etwas oberhalb von Singidon, über die Save zu gehen
und liess hier durch seine ,Taxiarchen' den Bau der nöthigen
Kähne auf das eifrigste betreiben. Und hier fand denn der
Uebergang auch statt.
1 Das Jahr nach cler Bestimmung der Hist. mise. S. 304. 395. Theophylact.
S. 87—104. Thcophan., irrig zum J. 579, S. 395—398.
2 Theophylact. 240 iMipoiov, die Hist. mise. 404 richtig Sirmium.