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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  «las  Eigentlmm  des  Reichs  am  Reichskirchengute.

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Gründer  verpflichtet  etwa  seine  Erben,  keinerlei  Leistungen
von  der  Kirche  anzusprechen,  sie  nicht  unter  sich  zu  tlieilen,
ihr  keine  Güter  zu  entziehen.  Oder  er  gibt  sie  an  den  König
oder  an  einen  Bischof,  bedingend,  dass  die  Kirche  zu  keinen,
oder  doch  nur  zu  geringen,  fest  bestimmten  Leistungen  verpflichtet ­
  sein  soll.  Für  den  Fall  eines  Missbrauches  der  Herrschaft ­
  durch  den  Bischof  wird  wohl  bestimmt,  dass  dieselbe  an
die  Erben  zurückfallen  oder  auf  die  römische  Kirche  übergehen ­
  soll.  Aber  auch  hei  dieser  hielt  man  sich  gegen  Missbrauch ­
  nicht  gesichert;  1085  gehen  die  Gründer  ein  Kloster
an  die  römische  Kirche,  aber  so,  dass  es  an  die  Erben  zurückfallen ­
  soll,  wenn  der  Papst  es  einer  anderen  Gewalt  unterwirft
(Yerci  Ecelini  3,  16).  Am  bezeichnendsten  in  dieser  Richtung
dürfte  die  Urkunde  sein,  durch  welche  Graf  Ulrich  von  Lenzburg ­
  1036  die  Verhältnisse  der  von  seinen  Eltern  gegründeten
und  ihm  gehörenden  Stiftskirche  Beromünster  ordnet  (Schannat
Vindemiae  1,  773).  Lange,  sagt  er,  habe  er  darüber  nachgedacht, ­
  qualiter  post  obitum  meum  eadem  canonica  liberaliter  deo
servire  väleat.  Regalem  nolui  facere  nisi  cocictus,  quoniam  saepe
accidit,  si  parva  res  in  manus  magnorurn  venerit,  nt  vel  omnino
negligatur,  aut  partim  defendätur.  Auch  habe  er  sie  nicht  seinen
Enkeln  insgesammt  überlassen  wollen,  da  diese  sie  dann  unter
sich  tlieilen  würden.  Er  habe  sie  daher  schliesslich  einem  seiner
Enkel  tradirt,  und  zwar  so,  dass  sie  auch  in  Zukunft  immer
nur  auf  einen  einzigen,  und  zwar  den  ältesten  Erben  übergehen ­
  solle;  diesem  werden  dann  eine  Reihe  von  Verpflichtungen ­
  auferlegt,  welche  die  Kirche  gegen  Missbrauch  seiner  Gewalt ­
  schützen  sollen.  Hält  er  diese  nicht  ein,  so  seil  die  Kirche
unter  denselben  Verpflichtungen  an  den  Bischof  von  Constanz
kommen.  Quod  si  idem  epnscopus  vel  aliquis  advocatus,  quem
ille  vice  sua  posuerit,  suadente  liumana  malitia  praefatam  canonicam
  neglexerit  et  canonicos  iniuste  disturbaverit  et  praescriptam
constitutionem  irritam  fecerit,  tune  ipse  et  ecclesia  sua  praenominatum
  locum  et  omnia,  quae  illius  sunt,  penitus  amittat,  et
Imperatorquicumque  tune  temporis  erit,  succedat  et  teneat  et
perpetuae  libertatis  privilegio  eundem  locum  amplificet;  ipsi  vero
imperatori  non  pono  auctorem  vel  iudicem,  nisi  deum  regem
regum,  a  quo  cogatur  in  die  iudicii  reddere  rationem,  quam,  bene
et  caute  praedictam  canonicam  studuerit  tueri.
            
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