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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Zur  egyptischen  Forschung  Herodot’s.

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stellte  erklärt  werden  könnte,  die  Kyrenäer  hätten  einmal  die
Oase  erobert.  1
Herodot  nennt  jedoch  selbst  noch  ein  anderes  Orakel  des
Amon  oder  Zeus:  das  in  Meroe  (II,  29).  Nach  den  Sprüchen  desselben, ­
  sagt  er,  und  in  der  von  dem  Gotte  bezeichneten  Richtung ­
  gehen  die  Aethiopen  in  den  Krieg.  Dass  es  hier  in  Napata
  Könige  genug  gegeben  hat,  steht  ausser  Frage.  Von  dem
kyrenäischem  Munde  geläufigen  Worte  Etearchos  braucht  man
aber  nur  den  Anfangslaut  zu  streichen,  um  den  Namen  des
Königs  zu  erhalten,  von  dem  in  Napata  und  in  Theben  Inschriften ­
  und  bildliche  Darstellungen  erhalten  sind,  den  Namen
des  dritten  Königs  der  äthiopischen  Dynastie,  der  hieroglyphisch
Thrk,  d.  h.  Tehark,  in  den  assyrischen  Keilschriften  Tearko,
von  Manetho  Tarkos  oder  Tarakos,  von  Megasthenes  Tearkon,  von
Eusebius  Tarakos,  von  Hieronymus  Tarachus,  und  in  der  Bibel  ungenau ­
  hebräisch  Thirhaka,  griechisch  Tharaka  geschrieben  wird. 2
Erwägt  man  nun,  dass  Megasthenes  diesen  äthiopischen
König  von  Egypten,  wie  oben  bemerkt,  gleich  Sesostris,  d.  h.
diesmal  gleich  der  Zeit  Thutmosis  III.  und  seiner  nächsten
Nachfolger,  Nordafrika  erobern  lässt,  so  ist  selbstverständlich,
dass  Tehark  auch  über  Kyrene  gebot.  Wenn  aber  dortige  Bewohner ­
  zu  dem  Orakel  zogen,  welches  die  Kriegszüge  dieses
Königs  anordnete,  so  werden  wir  das  nicht  eben  auffallend
finden.
Wenn  sonach  unzweifelhaft  ist,  dass  an  den  beiden  erwähnten ­
  Stellen  statt  ’Afj.p,ü>v(ü)v  und  'Ap-iroiviku  vielmehr  AiOtömov
und  AiÖiotoc  zu  lesen  ist,  so  muss  ich  doch  wie  oben  S.  568
Anderen  zu  entscheiden  überlassen,  ob  das  Missverständnis
Herodot  oder  einem  Abschreiber  zur  Last  fällt;  doch  neige  ich
zu  der  ersten  Annahme,  da  Herodot  die  Begebenheit  für  eine
durchaus  zeitgenössische  gehalten  zu  haben  scheint.
Immerhin  kann  man  sich  darüber  wundern,  dass  Herodot
(II,  41)  sich  den  zweiten  Aethiopenkönig  —  in  den  Listen  Sebichos,
  in  der  That  der  zweite  Saba  oder  Seve  —  als  Sethos

1  Probably  from  tliis  Oasis  liaving  been  conquered  by  tlie  Cyrenaeans.  Wil-Itinson
  1.  1.  II,  43  n.
2  Oppert,  rapports  de  l’Egypte  et  de  l’Assyrie  (1869  mem.  de  l’acad.  VIII  a )
563  bringt  die  Literatur  des  Namens  erschöpfend.
            
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