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Büdinger.
Osiris, der Vater des letzten Götterkönigs nach egyptischer
Lehre, identisch mit Dionysos sei, dessen Geburt ,vor etwa
1600 Jahren', d. h. um 2050 v. Chr. feststehe. Wie mochte er
sich daher entschliessen, die 341 Könige zu acceptiren, die
ihm, nach Generationen berechnet, die unglaubliche Summe von
11340 Jahren rein menschlicher Regierungen ergaben!
Er schenkte also der Vorlesung jener Namen um so
weniger Aufmerksamkeit, als die Priester von der bei Weitem
überwiegenden Mehrzahl begreiflicher Weise nichts Erhebliches
zu sagen wussten und sich eben auf die Vorlesung ihrer lüste
beschränkten. 1 Den 330. Namen nach dem Reichsgründer Mena
aber bezeichneten sie ihm als den eben des Königs Moeris,
welcher unter Anderem den Ueberschwemmungssee 2 bei dem
Labyrinth habe graben lassen und von dem auch die Pyramiden
in diesem Wasserwerke herrühren. Nun hatte man ihm
freilich, wie im ersten Theile seiner Aufzeichnungen zu lesen
ist, dort gesagt (II, 13), dass Moeris ,vor noch nicht 900 Jahren',
d. h. um 1350 gelebt habe —- wie man etwa dem Diodor
das Zeitalter dieses Königs sehr nett auf zwölf Generationen nach
dem Erbauer von Memphis bestimmte. Nach Moeris aber wurden
Herodot nur noch zehn oder elf Königsnamen bis auf Psammitich
verlesen, so dass jede Regierung seit Moeris etwa sechzig
Jahre gedauert haben müsste. Es ist nur eine sonderbare Auskunft
und keineswegs, wie Perizonius und Niebuhr 3 meinten,
eine falsch gelesene Ziffer, wenn er einen dieser Nachfolger,
den Zeitgenossen des Aethiopen Sabakos (um 730 bis nach 710)
siebenhundert Jahre vor Amyrtaios, d. h. vor seine eigene Zeit
(um 1150) setzt.
1 twv o'e aXkio'i ßaoiWuw ou y'ap Eyov ouoEptav l'pyoiv ootoSe?iv xat’ ouoev
eIvou Xa[j.5ipÖT7)T0; II. 101.
2 ,Phiöm en mere‘ nach Lepsius Chronologie I, 265 der Anlass zu den
Moerisgescliiehten, von Brugsch (hist. d’Egypte I, 67) speciell durch Meri
,See‘ erklärt. Bei dem Reichthum an Königsnamen wäre aber ein derartiges
Missverständniss über den König, dem die Tradition noch zu
Diodor’s (I, 50 flg.) Zeit, d. h. im J. 57 v. Chr. (Lepsius a. a. O. 257),
wie zu der Herodot’s unter einer Reihe bestimmter Werke auch dieses
zusehrieb, kaum verständlich.
3 Vorlesungen über alte Geschichte 1, 82. Herodot hat bei der Ausarbeitung
- der Erzählung schwerlich auch nur einmal Ziffern gebraucht.