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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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B  ü  d  i  u  g  e  r.

tionsänderung.  Im  dritten  Buche  findet  sich  zunächst  die  nothwendige
  Wiederanknüpfung  nach  dem  eingeschobenen  Stücke:
gegen  den  eben  geschilderten  Amasis  zog  Kambyses  äywv  y.ai
äXXouc  tiov  f ( py_£  y.at  ‘EXX^vtov  ’'Itov«s  ze  y.at  AioXsac  Si’  atürjv  xsrqvos.
Es  ist  nun  aber  auch  der  vor  der  Einschiebung  stehende  Satz
umgeformt  worden.  Kambyses,  heisst  es  jetzt  II,  1,  betrachtete
die  Jonier  und  Aeoler  als  ob  sie  Sclaven  aus  seinem  väterlichen ­
  Erbe  wären:  ’Lomc  [j.sv  y.ai  AioXsac  w?  SouXou;  liaxponott:
iov-a?  ivcij.'ls,  und  unternahm  einen  Feldzug  gegen  Egypten,  bei
welchem  er  unter  anderen  Unterthanen  in  der  That  auch  Hellenen ­
  seiner  Herrschaft  mitnahm:  ezi  de  Aiyumov  eizoteezo  zzpaxv]XacjtY]v
  47,Aon?  ze  TtapaXaßwv  xüv  vjpyy  y.at  Btj  y.at  ‘EXXvp/wv  twv
er.ey.pdzee.  Der  Unwille  über  die  Heeresfolge  seiner  Landsleute
gegen  Egypten,  an  sich  schon  eine  seltsame  Einleitung  für  die
Geschichte  des  Feldzuges  —  wie  denn  diese  Heeresfolge  im
ersten  Capitel  des  dritten  Buches  ganz  unbefangen  erzählt
wird  —  ist  vollends  unverständlich  in  einem  Satze,  der  den
Uebergang  zur  Darstellung  Egyptens  bilden  soll:  die  Egypter,
erzählt  unser  Autor  zunächst,  hielten  sich  vor  Psaimnetich  für
die  älteste  Nation.  Ob  nun  aber  die  wenig  glückliche  Veränderung ­
  des  ursprünglichen  Satzes  überhaupt  nicht  von  späterer
Hand  herrühre  1  oder  Herodot  zuzutrauen  sei,  das  zu  entscheiden ­
  muss  ich  der  Prüfung  besserer  Kenner  seines  Sprachgebrauches ­
  überlassen.
Bleibt  es  nach  diesen  Erwägungen  und  bei  dem  Mangel
eigener  chronologischer  Anhaltspunkte  des  zweiten  Buches  unentscheidbar, ­
  wann  die  egyptischen  Geschichten  in  die  höchst
wahrscheinlich  vor  dem  Spätherbst  442  bis  zur  Eroberung  von
Samos  (HI,  149)  abgeschlossenen  früheren  persischen  Geschichten ­
  eingereiht  worden  seien,  so  ist  ein  Zweifel  über  das
Local  der  Iiedaction  dieses  eingereihten  Abschnittes  schwerlich
zulässig.  Mit  Recht  hat  Kirchhoff 2  hervorgehoben,  dass  nur
Athen  hiefür  denkbar  sei.  Denn  wenn  auch  der  Schlusssatz

1  Nur  einer  solchen  wird  man  doch  auch  die  ganz  umnotivirte  und  im
Munde  eines  Griechen  des  fünften  Jahrh.  v.  dir.  seltsame  Insulte  zuschreiben ­
  können,  die  sieh  jetzt  in  der  griechischen  Version  von  Psammetich’s
  Verfahren,  um  zur  Ursprache  der  Menschheit  zu  gelangen,  findet
II,  3  ("EXArjve?  8k  Xsyouaiv)  aXXa  ~i  u.axaia  izoAAa  xai  (d>s  x.  x.  X.),
2  Abfassungszeit,  13.
            
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