Zur egyptischen Forschung Herodot’s.
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Unseres Autors ethnographisch-historische Darstellung Egyptens
— die A'.Y’jTiTiot Xöyot, wie er die Arbeit gleich seinen assyrischen,
1 seinen libyschen (II, 161, IV, 159—200) Darstellungen
und anderen Elementen seiner Sammlung genannt haben dürfte
— d. h. vom zweiten Capitel des zweiten Buches bis zum
Ende desselben bildet aber durchaus ein geschlossenes Ganzes,
für dessen Einfügung in die uns jetzt vorliegende Gesammtgestaltung-
des Werkes chronologische Anhaltspunkte äusserer
Art schlechterdings nicht vorliegen.
Denn unmittelbar schliesst sich an das Ende des ersten
Capitels des zweiten Buches der Anfang des dritten Buches
an: Kambyses, heisst es dort, unternahm den Feldzug gegen
Egypten aXXoog ts xapaXaßoiv twv vjp/e zai Sr] y.ai 'EXXvjvwv twv
exsxpäTee; hier aber wird fortgefahren Umvac ze •/.«! AtoXsa? St’
atxt’/]v -otrjvoE, so dass der Leser in ungestörtem Zusammenhänge
bleiben würde, wenn auch das Stück über Egypten fehlte.
Der auf uns gekommene Text aber zeigt eine doppelte Bedachts
zur Uebergabe von Samos an Syloson (III, 149 §. 1), vielleicht bis
zu einem andern nachweislichen Schlusspunkte schon damals, zwischen
447 und 442, geführtes Ganzes zu betrachten sein.
1 Wenn Kirchlioff annimmt, dass für' die I, 106 und I, 184 in Aussicht
gestellten 'Auauptoi Aöyot die Geschichte des babylonischen Aufstandes
gegen Darius (III, 150—-160) ,die nächste und passendste, ja einzige
Gelegenheit 1 (Abfassungszeit 4) geboten habe, so ist einerseits zu bemerken,
dass die Geschichte dieses Aufstandes selbst einen rein episodischen
Charakter trägt, dessen Quelle naheliegt (vergl. die vorige Aum.),
anderseits aber hervorzuheben, dass II. wie die libyschen, so die skythischeu
und die (I, 95) zur Einleitung der persischen Reichsbildung verwendeten
lydischen Geschichten, ja die seiner eigenen kleinasiatischen Landsleute
(I. 142—150), nie bei Gelegenheit eines Aufstandes, sondern jedesmal
vor dem entscheidenden Eroberungszuge der Perser einreiht. Wenn er
sich nun bei Gelegenheit der Eroberung von Babylon, nach seiner Anschauung
eines Theiles von Assyrien (I, 106, 192; III, 92), mit einigen
speciell babylonischen Geschichten und Schilderungen begnügt, die Gesammtheit
der assyrischen aber noch zurücklegt, so dürfte er für diese
aus seinem Materiale eine ähnliche Darstellungsform wie für die egyptischen
beabsichtigt haben, die ja auch erst nachträglich eingefügt und
vermuthlich ausgearbeitet worden sind. Immerhin glaubte Herodot den
Nachrichten über Egypten den grössten Umfang geben zu müssen, weil
sich hier (II, 35) ,das meiste- Bewunderungswürdige und die grössten
Werke 1 finden.