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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Zur  egyptisclien  Forschung  Herodors.

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entspricht,  mit  den  dritthalb  ersten,  Athen  kaum  (I,  59—65;
II,  7,  177,  allenfalls  I,  29  —  34,  86;  II,  156)  berührenden  Büchern
allein  begründet  werden  konnte.  Dazu  stelle  man  sich  vor,
dass  beide  Posten  in  demselben  Jahre',  oder  doch  in  zwei  auf
einander  folgenden  verausgabt  und  in  der  Volksversammlung
erwogen  worden  sein  müssen.
Wenn  dagegen  Herodot  die  drei  letzten  Bücher  des  uns
vorliegenden  Werkes  —  abgesehen  von  den  Hinzufügungen
seiner  späteren  Jahre  und  damals  schon  redigirten  und  publicirten
  früheren  Abschnitten  —  bald  nach  dem  Abschlüsse  des
dreissigjährigen  Friedens  mit  Sparta  (Anfang  d.  J.  445)  in
Athen  öffentlich  vorlas,  so  begreift  man  beides,  die  Begeisterung ­
  der  Hörer  und  die  ungewöhnliche  Belohnung  des  Autors.
Denn  hier  zuerst  lag  eine  künstlerisch  geordnete  und  zu
mündlichem  Vortrage  vorzüglich  geeignete  Erzählung  der  Thaten
  vor,  welche  die  Athener  im  Bunde  eben  mit  den  Spartanern
gegen  den  grossen  Xationalfeind  vollbracht  hatten.  Mit  der
siegreichen  Heimkehr  nach  Griechenland 2  von  der  dem  Trojanerkriege ­
  vergleichbaren  Fahrt  nach  dem  Osten  und  speciell
der  Athener  nach  der  von  ihnen  allein  vollendeten  Eroberung
von  Sestos  war  ein  würdiger  Abschluss 3  der  Geschichte  wie
der  alten  Allianz,  so  des  Befreiungskampfes  gegeben.
Mit  ihren  eigenen  Thaten  war  aber  der  Vorleser  in  der
Lage,  den  Athenern  auch  authentische  Kunde  von  den  Vorgängen ­
  im  Lager  des  Xerxes  durch  genaue  Mittheilungen  zu

1  Der  betreffende  Einfall  der  Spartaner  unter  Pleistoauax  und  Kleandridas
fällt  in  das  Jahr  446;  vgl.  Schäfer,  de  rerum  post  bellum  Persicum  —
gestarmn  temporibus  Japs.  1865)  p.  7.
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IX,  121.  Das  folgende,  letzte  Capitel  aus  der  Ahneugesehichte  des  nach
der  Einnahme  von  Sestos  geopferten  Satrapen  ist  ein  Nachtrag  zu  der
Cap.  116  erzählten  eigenen  Vorgeschichte  dieses  Beamten,  dem  Autor
erst  bei  einer  spätem  Redaction  bekannt  geworden  und  in  unserin  Text
an  den  Unrechten  Ort  gerathen.
3  Mit  dieser  Beschränkung  auf  die  drei  letzten  Bücher  wird  man  die  Meinung ­
  G.  Rawlinson’s  (Herod.  IV,  389  n.)  billigen  können,  dass,  das  Werk
historisch  und  künstlerisch,  wenn  nicht  gänzlich  zu  Ende  gebracht,  doch
abgeschlossen  (concluded)  sei:  the  tail  of  the  snake  is  curved  round  into
his  mouth,  meint  der  Vfr.  mit  seltsamer  Emphase.
            
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