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Maassen.
cassino auf Veranlassung des Kaisers erschienen. Die Versammlung-
wurde gehalten, weil Ludwig es wollte. Offenbar
hätte jede Pression, die Hadrian auf die versammelten Bischöfe
auszuüben schien, jede demonstrative Betonung seiner Autorität
den Kaiser nur verletzt. Um so besser für ihn, dass er dies
gar nicht nöthig hatte; denn nun kam die Versammlung lediglich
ihm zu Statten. Nun kam er in die vortheilhafte Lage sich
auf einen freien Beschluss des vom Kaiser selbst angeordneten
Conventes berufen zu können, einen Beschluss des Inhalts,
dass höchstens ein allgemeines Concil die Urtheilssprüche des
apostolischen Stuhles umzustossen befugt sei. Gab ihm das
dem Kaiser gegenüber nicht eine ganz unanfechtbare Position?
Es darf uns daher nicht überraschen, wenn Hadrian nicht von
vorneherein die Competenz der Versammlung categorisch zurückweist,
wenn er in der Form weniger befiehlt, als vielmehr
zu überzeugen sucht. Die Argumente des Redners sind mehr
auf den Kaiser und die Kaiserin, vielleicht auch auf Lothar,
berechnet als auf die Bischöfe. Dass es der Papst ist, der zu
den ,ihin untergebenen' Bischöfen redet, merkt man kaum.
Er vertheidigt die Autorität des apostolischen Stuhles. Dass
er zufällig selbst der persönliche Träger dieser Autorität ist,
kommt dabei gar nicht in Betracht. Nicht um ihn handle es
sich ja, sondern um die in ihrem Ansehen gefährdete höchste
Instanz, deren einmal gefällte Urtheile jeder zu respectiren
verpflichtet sei, er selbst nicht minder als ein andrer! Hadrian’s
Art des Auftretens ist daher wohl berechnet.
Nur einmal ist es ilun, vielleicht unabsichtlich, begegnet,
dass er auf sich als den gegenwärtigen Inhaber der päpstlichen
Würde hinweist. Er ruft den Anwesenden in’s Gedächtniss,
dass die Königin Thietberga vor längerer Zeit bei ihm gewesen
sei, und braucht hier die Worte: ad hanc sedern apostolicam
veniens. Diese Stelle dient, wie mir scheint, zugleich
dazu den letzten Rest eines Zweifels über die Autorschaft zu
beseitigen.
Ich komme nunmehr zu dem zweiten, hier zuerst veröffentlichten
Theil der Rede, der mir eigentlich die Veranlassung
zu dieser kleinen Untersuchung geboten hat.
Der Papst hat nämlich diese Gelegenheit zu einer canonistischen
Erörterung zu benutzen für passendj gehalten, die