Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

478

Bü  einiger.

Söhnen  —  statt  Efraim’s  und  Manasse’s  natürlich  Josef  und
Levi  mitgezählt  —  beigesetzt  worden  sei.  Der  betreffende
Kauf  Jacobs  wird  in  einem  in  das  33.  Capitel  der  Genesis
(Vers  19)  eingeschobenen  Zusatze  behauptet  und  zwar  als  geschehen ­
  ,von  den  Kindern  TJemors,  des  Vaters  Sichems,  um
hundert  Qesita';  1  die  Angabe  ist  aber  wohl  zuerst  von  derselben ­
  Hand  auch  dem  Buche  Josua  (24,  32)  angehängt.  Sie  ergibt ­
  sich  unmittelbar  als  Nachahmung  von  Abrahams  echtem
Kauf  in  Hebron,  da  die  Summe  vermuthlich  genau  den  400
Sekel  der  echten  Urkunde  (Genesis  23,  16)  entspricht,  und
wird  bei  der  Aufrichtung  eines  den  beiden  Stämmen  Efraim
und  Manasse  gemeinsamen  Heiligthums  in  der  Levitenstadt
Sichern  zu  Ehren  Josefs  des  Fictivvaters  in  jener  Stelle  des
Buches  Josua  erwähnt.  Da  nun  gleichzeitig  der  Ausstattung
des  Hohenpriesters  Pinehas  mit  Grundbesitz  in  dem  Gebiete
der  Efraemiten  und  der  Bestattung  seines  Vaters  auf  diesem
Gute  gedacht  wird  (Josua  24,  33),  so  darf  man  wohl  sagen,
dass  Pinehas,  der  seinen  egyptischen,  den  Neger  bedeutenden
Namen 2  nie  abgelegt  hat,  mit  der  Einrichtung  des  Cultes  in
naher  Beziehung  stehen  und  wenn  nicht  überhaupt  der  Uebersetzer
  oder  erste  Verfasser  einer  der  Grundschriften  des  Hexateuchs,
  so  doch  einer  der  Fortbildnor  des  Josefmythus  sein
dürfte.  Denn  an  der  Ordnung  und  Befriedigung  des  Volkes
nach  geschehener  Landeseroberung  erscheint  Pinehas  im  Buche
Josua  (Cap.  22)  in  ganz  hervorragender  Weise  betheiligt.

1  Sonst  nur  Hiob  42,  11,  wo  die  LXX  (II,  36  ed.  Tiscliendorf)  auvaiia  |j!av
haben,  während  sie  an  unseren  beiden  Stellen  btairbv  ä(j.V(Sv,  djj.v«3cov
sxaro'J  haben  (I,  40  und  I,  281),  was  seinerseits  wieder  erklärt  sein  will,
da  an  ,Lämmer 1  —  Werth  doch  nicht  zu  denken.  Ich  folge  übrigens  Gesenius
s.  v.  Qesita  (thes.  IV).
2  Pe-nehasi  ,der  Neger 1  nach  Lautli,  Moses  S.  70.  Als  Königsnamen  glaubt
ihn  Lauth  in  der  13.  oder  14.  Dynastie  nachweisen  zu  können.  Vergleichen ­
  lässt  sich,  dass  der  russische  Grosskönig  und  Bekehrer  Wladimir
seinen  schwedischen  Namen  Walldimar  kaum  geändert  hat,  während  von
seinem  Vater  Swiatoslaw  nur  der  slavische  Name,  gleichwie  von  Pinehas’
Vater  Eleazar  nur  der  hebräische,  nicht  der  egyptisclie  bekannt  ist,  dagegen ­
  der  Grossvater  Ingvar  (Igor)  ■  nur  einen  normännischen,  wie  Eleazar’s
  Vater  Aaron  höchst  wahrscheinlich  nur  einen  egyptischen  Namen
hatte  (vgl.  meine  ,Normannen  und  ihre  Staatengründungen  (in  v.  Sybel's
hist.  Ztschft.  IV  341  und  3öl).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.