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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Büdinger.

Hiemit  stimmen  jedoch  andere  Thatsachen  nicht,  Nachrichten, ­
  welche  ein  vollkommenes  Stammesleben  und  Versuche
kriegerischer  Ausbreitung  schon  vor  der  Uebersiedelung  nach
Egypten  anzunehmen  nöthigen.
Von  den  sonst  (besonders  Genesis  29  und  30)  verkündigten ­
  Herkunftstheorien  der  Stämme  unabhängig  erscheinen  sie
—  Kuben  an  der  Spitze,  Gad  am  Ende,  ohne  die  Fictivnamen
Joseph 1  und  Levi  —  in  dem  erwähnten  Verzeichnisse  der
Kundschafter  (Numeri  13),  einer  Urkunde  von  um  so  grösserer
Wichtigkeit,  als  dieselbe  die  Organisation  des  Volkes  darstellt,  wie
sie  zum  Zwecke  des  Erbantritts  der  heiligen  Stätte  von  Hebron
(s.  o.)  geltend  gemacht  wurde.  Dass  diese  Organisation  der
zwölf  Stämme  sich  jenseit.  aller  Bedrängnisse  des  Wüstenzuges
erhalten  hatte,  unabhängig  von  den  hier  nicht  zu  besprechenden
Bevorzugungen  der  Führer,  ist  an  sich  bemerkenswerth;  aber
einleuchtend  ist  auch,  dass  sie  der  Einwanderung  in  Egypten
vorangegangen  sein  muss,  wo  sie  unmöglich  entstehen  konnte:
in  der.  That  gesteht  das  trotz  aller  durchsichtigen  Zahlverminderung ­
  und  Anordnung  nach  Haupt-  und  Nebenweibern,  d.  h.
Haupt-  und  Nebenansprüchen,  die  Erzählung  Genesis  c.  46
unbefangen  zu.
Die  in  Josua’s  Geschlechtstafel  erhaltene  Vorgeschichte
des  Stammes  Efraim 2  beweist  anderseits,  dass  dieser  Stamm
noch  vor  der  Einwanderung  in  Egypten  auf  kananitischem
Boden  in  Fehde  ,mit  den  Männern  von  Gath'  lag;  in  der  Vertretung ­
  der  Kundschafter  folgt  keineswegs  der  angebliche  andere ­
  Josephszweig  Manasse  auf  Efraim,  sondern  er  ist  durch
Benjamin  und  Sebulon  von  demselben  getrennt.

1  Es  bedarf  wohl  kaum  der  Erwähnung,  dass  die  beiden  Worte,  welche
Numeri  13,  11  einleiten:  ,fiir  den  Stamm  Josef 1  Glosse  sein  müssen,  da
unmittelbar  wie  in  den  übrigen  Fällen  ,für  den  Stamm  Manasseh“  auf  sie
folgt  und  sie  bei  Efraim  natürlich  fehlen.  Ganz  harmlos  erscheint,  vielmehr ­
  vor  dem  Stamme  Efraim  der  echte  Name  ,Josef  als  der  des  Vaters
des  Botschafters  von  Isaschar  (Vers  7).
2  I.  Clrron.  7,  20—28.  Ewald,  der  (Gesch.  Isr. 2  I,  490)  hier  wohl  zuerst
,eine  höchst  alterthiimliche  Nachricht  der  voregyptischen  Zeit'  vermuthete,
hält  auch  an  anderen  Orten  494  ,den  Namen  Efrat  für  Bäthlehem'  für
,uralt  und  unstreitig  vormosaisch 1 ,  unverkennbar  mit  dem  Stammesnamen.
Efraim  zusammenhängend.
            
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