ägyptische Einwirkungen auf hebräische Culte.
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todte Meer nicht, lim im Osten von Jericho zuvor eine grosse
Trauerfeier abzuhalten, deren Oertlichkeit davon den Namen
behielt. 1 Nun zeigt freilich der letztere Umstand, dass die
noch Hieronymus bekannt gewesene Localität von ,den Kanaanitern',
also vor dem Einbrüche der Israeliten, Abel Mizraim
d. h. Egypterflur, genannt war, eine Bezeichnung, welche
unsere Quelle mit ,Ebol‘ Trauer Egyptens — nämlich um den
notorisch den Egyptern für unrein geltenden Hebräerscheich —
für identisch erklärt und welche der ganzen widersinnigen
Leichenzuggeschichte ihren Anlass gegeben haben dürfte. Aber
ernster Erwägung werth bleibt doch die Thatsache, dass auch
in diesem dicht bei der Stätte des Abschlusses der blutigen
Eidgenossenschaft unter Josua gelegenen Locale ein Anlass gesucht
wird, um die Liebesdienste Egyptens gegen die Hebräer
in freundliche Erinnerung zu bringen.
Von diesem Gesichtspunkte aus gewinnt denn auch erhöhtes
Interesse, was von den intimen Beziehungen eines
Pharao zu einem andern Urvater der Israeliten, zu Abraham
gemeldet wird. Die betreffende Erzählung 2 ist neuerlich in alle
Einzelheiten untersucht und auf bester Kunde egyptischer Verhältnisse
beruhend gefunden worden. Für uns fällt in derselben
auf, wie sie einerseits die Geschicke der Hebräer vor dem Auszuge
vordeutet — denn Misswachs treibt Abram hin (12, 10),
Pharao und sein Haus werden auch hier (12, 17) erst durch
grosse Plagen 3 zur Entlassung Sarah’s bewogen und Abram
zieht (13, 2), wie später sein Volk, ,sekr schwer an Vieh, Silber
und Gold' aus 1 —, anderseits aber der Trug auf hebräischer,
Tugend und Grossmutli auf egyptischer Seite liegen.
1 Genesis 50, 1—11, von Knobel, die Genesis (18G2) 377 flgde. aus anderen
Gründen als jüngerer Zusatz erkannt.
2 Genesis 12, 10 bis 13, 2 mit den Erklärungen von Ebers a. a. O. I, 261
bis 272; S. 262: ,Diese Erzählung (von der Aufnahme Sarah’s in den
Harem) ist echt egyptisch. 1
3 In der Geschichte Abimglechs (Genesis 20), welche der mit dem Pharao
das Muster gegeben zu haben scheint, wird dieser König von Gerar einfach
mit dem Tode bedroht (v. 3) und hebt er Gott gegenüber seine Unschuld
hervor (v. 5).
4 Damit stimmt der prophetische Erzähler (Genesis XV, 14) trefflich überein,
indem er Jahve den Auszug aus dem Lande der Knechtschaft ,mit
grossem Gut“ versprechen lässt.