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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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Bü  dinge  r.

Berufe  entsprechender,  Jahve’s  Heeresfürst,  an  dieser  Stätte,
als  einer  heilig-en,  seine  Schuhe  auszuziehen  1  —  wie  etwa  einem
ägyptischen  Todten  die  Haut  der  rechten  Fusssohle  abgelöst
wurde,  damit  er  im  Jenseits  auf  dem  Steingetäfel  des  Saales  der
ewigen  Wahrheit  correct  auftreten  könne.  2
Ueber  eine  Wirkung  des  lireignisses  ist  der  jüngere  Erzähler ­
  noch  gut  unterrichtet,  wenn  er  mit  einer  für  uns  gleichgültigen ­
  Localetymologie  die  Behauptung  einschiebt,  durch  diese
Beschneidung  habe  Jahve  ,die  Beschimpfung  Egyptens' 3  von
dem  Volke  abgewälzt.  Hiermit  wird  man  wohl  zusammenzubringen ­
  haben,  wenn  in  der  Geschichte  Josephs, 4  aber  nie
später,  von  einem  ,Abscheu  der  Egypter',  mit  den  Hebräern  zu
essen,  gesprochen  wird  —  genau  jenem  oben  (S.  12)  erwähnten
Abscheu  der  Palastbewohner  wegen  der  betreffenden  Unreinigkeit ­
  entsprechend.  Wie  sehr  aber  diese  Vorstellung,  nachdem
die  Beschneidung’  einmal  bei  ihnen  eingeführt  war,  sich  auch
der  Hebräer  bemächtigte,  ersieht  man  noch  aus  den  Vorwürfen,
welche  der  Apostel  Petrus  wegen  gemeinsamen  Essens  mit  Heiden ­
  oder  Barbaren  ,von  denen  von  der  Beschneidung  fürchtete.' 8
1  Josua  5,  1—8  und  13  —15;  über  deren  Zusammengehörigkeit  und  die  Einfügung ­
  von  Vers  0  vgl.  Schräder  a.  a.  O.  304  flgde.
-  Die  Erklärung  der  von  Czermak  in  der  Bauchhöhle  einer  weiblichen  Mumie ­
  gefundenen  Epidermis  der  rechten  Fusssohle  bringt  Ebers,  egypt.
Ztschft.  1871,  48-  50.
3  'ervat  mizraim,  LXX:  ovEtSiapov  AlyiijcTOu.  Die  übliche  Uebersetzung
,Schande  Egyptens 1  gibt  keinen  Sinn.
4  Genesis  43,  32.  Der  gewöhnlich  als  Analogie  beigezogene  Zusatz  in  der
Schrift  des  jüngsten  Erzählers  46,  34  —  ,denn  ein  Abscheu  Egyptens
sind  alle  Viehhirten 1  —  wird  nur  späte  Glosse  sein.  Näher  läge,  an
Exodus  1,  12  als  Analogie  zu  denken;  aber  der  dortige  ,Ekel‘  der  Egypter
,vör  den  Kindern  Israels 1  (vajjakuzu,  xal  eßBeXuaaovTo)  ist  in  diesem  Zusammenhänge ­
  entweder  ungenaue  Wiedergabe  eines  hebräischen  Uebcrsetzers,
  da  der  Sinn  ein  Wort  eher  der  Besorgniss  zu  verlangen  scheint,
oder  einfach  (vgl.  Jesaia  7,  16)  als  ,sie  fürchteten 1  das  betreffende  Wort
wiederzugeben.  Knobel  zu  Exodus  (1857)  7  vergleicht  Numeri  22,  3  in
demselben  Sinne.
5  <poßou|iEvos  roli;  ex  jtEpiTop.rjs.  Galaterbrief  2,  12.  Die  Anstössigkeit  einer
ehelichen  Verbindung  mit  einer  Frau  aus  einem  Volke  von  Unbeschnittenen
kommt  zuerst  in  der  Geschichte  Simson’s  (Richter  14,  6)  vor,  aber  diese
ist  eben  chronologisch  schwer  zü  fixiren.
            
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