Egyptisclie Einwirkungen auf hebräische Culto.
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einen grossen Eindruck gemacht habe, wird man nicht annehmen
können, da ausdrücklich bezeugt ist, 1 dass die Beschneidung
nicht geübt ward, so lange er an der Spitze des
Volkes während des Wüstenzuges stand. Aber seiner Umgebung
muss die mysteriöse Heilung durch den Act der beduinisclion
Gattin des Führers — vollends mit den dunklen Freudenworten,
welche sie nach demselben ausrief und der befremdlichen
Geste, mit der sie diese Worte begleitete — als ein bedeutendes
Ereigniss erschienen sein; denn der auf uns gekommene
Bericht 2 mit seiner Erklärung jener Freudenworte wäre sonst
gegenstandslos und unmöglich gewesen.
Unmittelbar nach Moses’ Tode und noch vor dem Angriffe
auf Jericho liess nun Josua, dem jener häusliche Act- als einem
Vertrauten des Führers nothwendig bekannt sein musste, die
Beschneidung an allen Personen männlichen Geschlechtes im
israelitischen Volke vornehmen. Er glaubte hiemit eine That
vollbracht zu haben, welche den betreffenden Ort selbst heiligte:
wenn auch nicht Jahve selbst, wie einst seinem Meister
am Dornbusch, so gebot ihm doch, seinem eigenen Bange und
nennt doch auch Philo (II, 212) als letzten und wichtigsten Grund derselben:
afaYza:o”aro'j Tr)v npo; ~oXuyovlav zaragxE'jTjv -/.. t. X. Die in den
beduinisehen Harem gehörige frohe Aeusserung der Mutter nach geschehener
Operation wird erst in diesem Zusammenhänge verständlich,
was sie trotz der Schlusserklärung nicht gewesen ist. Die Wildheit der
Aeusserung an sich wird übrigens, wie das von mir gewählte Attribut
jbeduiniseli 1 entschuldigen, so den von Moses’ Geschwistern (Numeri 12, 1)
erhobenen Vorwurf erklären, dass Moses eine .Kuschitin 1 geehelicht habe;
denn Kusch hat egyptisch fast immer das Attribut ,schlecht 1 oder ,elend 1
(Ebers I, 57).
1 ,Alles Volk, das in der Wüste geboren war, auf dem Wege, da sie aus
Egypten zogen, das war nicht beschnitten. 1 Josua 5, 5. Dem widerspricht
freilich die in die Frauenordnung eingeschobene Beschneidungsvorschrift
Levit. 12, 3; aber diese Einschiebung vermehrt eben nur die ohnehin
grosse Zahl von Widersprüchen dieses Buches mit echter Geschichte
(Schräder, Einleitung 288); immerhin hat sie den Anlass zu der angeblich
in eine Rede Jesu gehörigen, aber mit dem ganzen Zusammenhänge ebenfalls
ungesehichtlichen Aeusserung des Joliannesevangelimns (7, 22) gegeben:
jMfocI); SeSwxev upüv xrjv otoitocj.7)V. Vgl. Keim, Leben Jesu (Zürich
1872) III, 63.
2 Die betreffende Aufzeichnung muss zu den frühesten der Auszugsgeschichte
gehören. Ueber die Zugehörigkeit des Bruchstückes vgl. Schräder. (De
Wette’s Einl. 1869) S. 282, Anm. 12.