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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

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fe  ü  d  i  n  g  c  r.

scher  des  obern  Landes,  des  Landes  von  No*  genannt  wird;
seine  Bezeichnung  als  ,König*  ist  hienach  nicht  auffallend.  1
Und  da  sein  Name  unter  vielen  anderen  Formen 2  auch  die
Schreibung  Sekeb  hieroglyphisch  bietet,  so  wird  die  Grleichsetzung
  mit  Skvt,  etwa  als  Sikuvat  —•  um  der  masorethischen
Lesung  möglichst  nahe  zu  bleiben  —  unbedenklich  sein.  Die
,Missgestalt*  dieser  krokodilköpfigen  Versinnlichung  der  Sonne
wird  aber  von  uns  mit  Ezechiel  nicht  bestritten  werden.
Dasselbe  Urtheil  über  die  sperberköpfige,  mit  dem  Typus
der  Mondgottheit  ausgestattete 4  Erscheinung  des  ,Berathers,  des
Feinde  abwehrenden,  grossen  Gottes*  Khonso  wird  ebenfalls
zulässig  sein.  Unter  den  Namenformen  desselben  würde  unserm
Kivn  das  bei  den  Griechen  übliche  Chon  am  ehesten  entsprechen. ­
  ä
Die  heilige  Lade  mit  Khonso’s  Bild  ist  noch  im  zwölften
Jahrhundert  v.  Chr.  aus  Theben  nach  Mesopotamien  geliehen

1  Champollion  meinte,  die  Münzen  dev  diesem  Gotte  heiligen  Stadt  Arsinoe
oder  Krokodilopolis  beweisen  seine  Identification  mit  Kronos  —  Saturnus;
das  wäre  für  die  griechisch-römische  Epoche  möglich  und  böte  eine  Handhabe ­
  für  den  Raiphan  —  oder  Remplian  —  Saturnus  der  LXX,  obwohl
dieser  nach  der  Wortfolge  vielmehr  dem  Kivn  entspricht.  Aber  Wilkinson
  a.  a.  0.  II,  37  hält  Champollion’s  ganze  Schlussfolgerung  für  irrig.
2  Sebauk,  Sebak,  Sebek,  Sok,  Sak,  Sek,  Sekeb  (sännntlich  bei  Brugsch
Wörterbuch  IV,  1193flgde,  1320),  Sahbak,  Shabak  (bei  Wilkinson  II,  36),
SoS'/o;  (Strabon  XVII,  p.  1132  ed.  Meineke  und  Photios,  bibl.  cod.  242,
p.  557,  Letzteres  auch  bei  Brugsch  1195).
3  The  crocodil  lieaded  Deity  —  —  —  another  deilied  form  of  the  Sun.
Wilkinson  a.  a.  0.  II,  36.  Eine  ,Priesterin  des  Sebek  der  Stadt  Set 1
(Krokodilopolis)  erwähnt  inschriftlich  Brugsch,  egypt.  Ztsclift.  1872,  5.  89.
4  Wilkinson  a.  a.  O.  II,  19  flgde,  Birch  bei  Bunsen,  Aegypten  I,  461  ;  Rouge
sur  une  stele  egypt.  (journ.  as.  1856.  V)  8,  216  übersetzt:  ,Chons  agens
consilia  in  Thebaide  deus  magnus  abigens  liostes 1 .
5  Honsoo  Khonso  Chons  Xtov  (Wilkinson  und  Bunsen  a.  a.  0.).  Da  aber
der  Name  stets  mit  egyptisehem  kh  (oder  entsprechenden)  zu  beginnen
scheint,  so  erwartete  man  im  Hebräischen  den  achten  Buchstaben  (Cheth),
nicht  den  elften  (Kaph),  falls  nicht  etwa  gar  der  Uebergang  von  egyptisch
  kho  in  hebräisch  kiv  lautlich  nothwendig  ist,  was  ich  nicht  verstehe. ­
  Doch  darf  ich  erinnern,  dass  Gesenius  tkesaurus  I,  436  Beispiele
der  Verwechslung  von  Cheth  mit  Kaph,  und  II,  647  von  Kaph  mit  Cheth
bringt.  Er  entscheidet  sich  übrigens  II,  670  für  die  Erklärung  von  Kivn
durch  statua.
            
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