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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

ägyptische  Einwirkungen  auf  hebräische  Culte.

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ne/i  ,beschützen',  die  zweite  aus  'seten  ,Königskrone'  gebildet
ist;  denn  das  lautlich  denkbare  'suten  ,König'  ist  durch  die
sogleich  zu  erörternde  Bedeutung  des  Ganzen  ausgeschlossen.
Die  masorethische  Lesung  Nechu§etan,  schon  von  der  griechischen ­
  Uebersetzung  1  nicht  gebilligt,  ist  der  Klangähnlichkeit
des  Namens  und  des  Metalles  (nechoiet) 2  dieses  Idoles  entnommen. ­
  Die  von  den  Egyptern  auf  die  Hebräer  übergegangene ­
  Bezeichnung  Nechusetan  oder  Nechisetan 3  in  der
Bedeutung  von  ,Kronscliutz-'  entspricht  vielmehr  genau  der
griechischen  von  ßatnXtV/.o:  für  die  in  Egypten  verehrte  Natter;
denn  auch  dieses  Wort  ist  ja  nur  eine  Uebersetzung  von  uara,
ara,  koptisch  ouro,  welches  zugleich  ,Natter'  und,  wohl  ursprünglicher, ­
  4  ,König'  bezeichnet.
Ein  Bild  dieser  Schlange  gehörte  regelmässig  zum  Kopfschmucke ­
  der  Pharaonen.  Auch  bei  verschiedenen  Göttern
erscheint  dieser  Kopfschmuck,  und  das  Bild  der  Schlange  bezeichnet ­
  hieroglyphisch  die  Göttin.  5
Ein  anderer  als  der  erwähnte,  mit  dem  königlichen  stimmende ­
  Name,  der  diesem  gefährlichen  Thiere  beigelegt  wurde,
war  der  gräcisirte:  ,Thermuthis'.  6  Es  kann  aber  nicht  Wun-1

  ed.  Tiscliendorf  (Lipsiae  1860)  I,  481:  NesaOav  oder  Neo0äv.
2  Noch  Gesenius  thesaurus  IT,  876  leitet  das  Wort  davon  ab.  Ueber  die
Unzulässigkeit  der  Wiedergabe  des  egyptischen  einfachen  s  (bei  Brugsch,
Wörterbuch  IV,  1149)  durch  ein  hebräisches  s  (Schin)  statt  Samech  (hier
Sin)  lind  umgekehrt  des  hebräischen  s  durch  egyptisches  s  hat  sich  der
Vicomte  de  Rouge  (revue  archeol.  n.  s.  XVI,  87  und  mem.  de  la  soc.
fran$.  de  numism.  et  d’arch6ol.  1869  I,  9)  erschöpfend  ausgesprochen.
Ueber  die  Wandlung  der  Zischlaute  in  Fremdwörtern  bei  den  Hebräern
bringt  von  anderer  Seite  Aufschlüsse  (1872)  Schräder:  ,die  Keilinschriften
und  das  alte  Testament*  S.  247  und  die  ,assyrisch-babylonischen  Keilinschriften* ­
  (Ztschft.  d.  deutschen  morgenl.  Ges.  XXII)  168,  176,  195  flgde.
3  Das  von  Masorah  und  LXX  überlieferte  a  der  Scliluss-Sylbe  wird  man
beibehalten  dürfen.
4  G.  Ebers,  Egypten  und  die  Bücher  Moses  (Leipzig  1868)  I,  265,  Anm.  Z.  3.
5  Gardner  Wilkinson  in  G.  Rawlinson’s  Herodotus  (1862)  II,  104  und  desselben ­
  customs  a.  manners,  new  series  I,  239,  II,  239  first  series  II,  184«
Unzutreffende,  weil  jüngere  medicinische  Auffassungen  bei  Knobel  a.  a.
O.  110.
6  This  serpent  (the  asp)  was  called  Thermuthis.  G.  Wilkinson  n.  s.  II,  239*
The  title  Thermuthis  ,the  giver  of  death*  (?),  if  it  was  really  applied  to
her  (Isis)  Ib.  I,  367.
            
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