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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 72. Band, (Jahrgang 1872)

Heber  das  Eigentlmm  des  Reichs  am  Reicliskirchengnte.

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befreit  waren,  aber  den  Bischof  oder  sonstigen  Herren  zu
unterstützen  hatten.
Aber  auch  in  Verbindung  mit  den  regelmässigen  Einkünften ­
  aus  dem  in  den  Händen  des  Bischofs  befindlichen
Kirchengute  scheinen  diese  Mittel  fast  nie  ausgereicht  zu  haben.
Hie  und  da  nahm  wohl  ein  sorgsamer  Prälat  darauf  Bedacht,
aus  den  laufenden  Einkünften  Summen  für  solche  Zwecke  anzusammeln, ­
  wie  das  zur  Zeit  K.  Friedrichs  I.  vom  Abte  von
Lorsch  gemeldet  wird  (Mon.  Germ.  21,  451).  In  der  Regel
hatten  die  Fürsten  die  nöthigen  Summen  nicht  bereit  liegen.
Dann  blieb  nichts  übrig,  als  Güter  und  nutzbare  Hoheitsrechte
der  Kirche  zu  verpfänden,  wofür  in  solchem  Falle  die  königliche ­
  Genehmigung  natürlich  nicht  fehlte;  damit  war  dann  ein
Theil  der  Einkünfte  auf  lange  Zeit  vorweggenommen.  Zahlreiche ­
  Zeugnisse  finden  sich  da  insbesondere  aus  der  Zeit
K.  Friedrichs  I.  Für  den  Krieg  gegen  den  Lombardenbund
seit  1174  verpfändete  der  Erzbischof  von  Köln  die  Münzgefälle
um  1000,  die  Zolleinkünfte  um  600,  zwei  Stiftshöfe  um  400  Mark
(Lacomblet  U.  B.  1,  318.  319.  328);  und  schwerlich  werden
diese  uns  zufällig  erhaltenen  Verbriefuugen  die  Gesammtsumme
erschöpfen.
Doch  war  auch  auf  diesem  Wege  das  baare  Geld
nicht  immer  so  schnell  zu  beschaffen,  als  man  dessen  bedurfte. ­
  Dann  findet  sich  mehrfach  erwähnt,  dass  zunächst  die
Kirchenschätze  unmittelbar  verwandt  werden  oder  als  Faustpfand ­
  dienen  müssen,  zu  deren  Wiederersetzung  oder  Lösung
dann  bestimmte  Einkünfte  angewiesen  werden.  Der  Erzbischof
von  Mainz  nimmt  urgente  imperii  necessitate  1163  einen  goldenen ­
  Kelch  im  Werthe  von  409  Mark  und  überweist  einigen
Domherren  und  Laien  einen  bischöflichen  Hof  um  ihn  aus  den
Einkünften  zu  restituiren  (Guden  C.  D.  1,  242).  Wie  schwer
die  Züge  K.  Friedrichs  I.  auf  den  Reichskirchen  lasteten,  erweist ­
  vor  allem  eine  Urkunde  von  1161,  in  welcher  der  Kaiser
bekundet,  qualiter  II.  Wirceburgensis  episcopus,  ad  serviendum
nobis  et  imperio  in  Italicam  expeditionem  iturus,  in  pecunia  et
in  ceteris,  qnae  ad  tantum  negotium  et  tarn  magnum  sumpium
necessaria  erant,  penitus  defecit,  adeo  quod  sine  omnimoda  destructione
  Wirceburgensis  episcopatus,  qui  ab  episcopo  G.  etiam
pro  necessitate  et  servitio  imperii  ex  parte  dissipatus  erat,  tarn
            
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